Kompany-sperre: kann bayern das triple verpassen?

Ein lauter Schimpftiraden in der Kabine, ein 0:3-Rückstand gedreht – Vincent Kompany hat in Mainz bewiesen, dass seine Art, die Mannschaft anzusprechen, Wirkung zeigt. Doch am Dienstag in Paris steht ein entscheidendes Champions-League-Halbfinal-Hinspiel an, und Kompany fehlt! Eine Gelb-Sperre wirft einen Schatten auf die Dreifach-Zielsetzung des FC Bayern. Ist das ein entscheidender Nackschlag?

Die halbzeitansprache als schlüssel zum erfolg?

Die Wutrede in Mainz hat Bayern offenbar aus dem Tiefschlaf gerissen. Doch wie wirkt sich das Fehlen des Trainers nun auf die kommende Aufgabe gegen Paris Saint-Germain aus? Walter M. Straten, Experte bei BILD Sport, sieht hier ein erhebliches Handicap: „Ich sehe ein großes Handicap für die Bayern. Das wird oft unterschätzt. Kompany ist gesperrt. Er darf natürlich die Abschlussbesprechung im Hotel noch machen, aber dann darf er vor dem Spiel im Stadion nicht zur Mannschaft und in der Halbzeit auch nicht.“ Gerade die Halbzeitansprache, die in Mainz so entscheidend war, wird fehlen. Das Team muss sich auf seine Assistenten verlassen.

Doch Europameister und Sky-Experte Markus Babbel relativiert die Situation: „Ich glaube nicht, dass es das ganz große Handicap ist. Die Ansprache in der Halbzeitpause in Mainz fand ich extrem wichtig für Dienstag. Denn das haben alle Spieler noch im Ohr. Der Sieg war wichtig, damit sie verinnerlicht haben: Wir geben nicht auf, schenken nichts ab.“ Babbel ist überzeugt, dass das Trainerteam die Sperre auffangen kann. „Kompany ist der Kopf der ganzen Truppe. Aber die Assistenten machen heutzutage exorbitant viel. Die Co-Trainer planen die ganzen Trainingseinheiten.“

Ein mourinho-move? die kabinen-schmuggelei

Ein mourinho-move? die kabinen-schmuggelei

Die Sperre von Kompany erinnert an eine skurrile Episode aus der Vergangenheit: 2005 versuchte José Mourinho, sich trotz einer Sperre beim Viertelfinal-Hinspiel gegen Bayern in die Kabine schmuggeln zu lassen. Sein Versteck? Ein Wäschekorb! Ein Versuch, der dank aufmerksamer Uefa-Beobachter scheiterte und Mourinho fast das Leben kostete. Babbel grinsteangesichts dieser Geschichte: „Das ist ja ein Bär. Ob man den in so eine große Kiste bekommen würde? Das würde der Uefa auffallen.“ Ein ähnlicher Trick scheint für Kompany eher unwahrscheinlich.

Die kommenden 90 Minuten in Paris werden zeigen, ob der FC Bayern ohne seinen Kapitän an der Seitenlinie die nötige Entschlossenheit und taktische Finesse aufbringen kann. Die Spieler werden alles daran setzen, ihren Trainer nicht im Stich zu lassen – aber die Abwesenheit Kompanys ist ein Fakt, den es zu überwinden gilt. Das Triple ist in Gefahr. Die Konzentration, die Mentalität und die Fähigkeit, in entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen, werden nun wichtiger denn je sein.