Kompany schmeißt die elf durcheinander: fünf neue gegen union

Vincent Kompany dreht kräftig am Rad. Im Heimspiel gegen Union Berlin (15.30 Uhr, Sky/DAZN) wechselt der Bayern-Coach auf fünf Positionen – und das nur drei Tage nach dem 0:0 in Bergamo. Die Botschaft ist klar: Champions League und Bundesliga bekommen zwei unterschiedliche Gesichter.

Dayot Upamecano, Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Michael Olise und Konrad Laimer rücken rein. Jonathan Tah muss wegen Gelbverdachts runter, Luis Díaz wegen Gelb-Rot. Aleksandar Pavlovic plagt die Hüfte, Tom Bischof und Raphael Guerreiro dürfen von der Bank zuschauen. So lautet die Aufstellung: Urbig – Laimer, Upamecano, Kim, Stanisic – Kimmich, Goretzka – Olise, Gnabry, Karl – Kane.

Kompany nutzt den bundesliga-kader als rotationsmaschine

Kompany nutzt den bundesliga-kader als rotationsmaschine

Die Kurve nach oben soll trotzdem steil bleiben. Nach dem glanzlosen Auftritt in der Königsklasse will der Belgier Tempo und Druck zurück in die Allianz Arena bringen. Olise liefert dribbelstarkes Salz in die Lahm-Statistik: Kein Bayern-Spieler schlug in dieser Saison mehr als seine 32 Dribblings. Gnabry wiederum soll die Lücke rechts schließen, die Díaz mit Platzverweis hinterließ.

Die Frage ist, wie viel Luft nach Europas Spitzenspiel bleibt. Kompany betont seit Wochen, er wolle „ein Team mit zwei Gesichtern“ formen. Die Personalrochade ist kein Zufall, sondern Kalkül: In der Liga punkten, in der Champions League glänzen. Die Tabelle erlautert das Dilemma: Bayern führt mit 20 Punkten, hat aber nur zwei Zähler Vorsprung auf Leipzig.

Union kommt mit der besten Auswärtsbilanz der Klubgeschichte. Fischer und Co. holten auswärts schon neun Punkte – so viele wie nie nach acht Spieltagen. Die Berliner lassen sich nicht erpressen, sie laufen den Gegner ab und schlagen dann mit Standards zu. Genau diese Mischung hat Bayern in dieser Saison noch nicht gefunden.

Die nächsten sieben Tage entscheiden über die Stimmung im Winter. Nach Union folgt Frankfurt, dann die Rückrunde der Champions League bei Benfica. Kompany muss seine Rotation perfekt timen, sonst verliert er den Anschluss – in der Liga wie im Pokal der Reichen. Die Elf von heute ist deshalb nur eine Momentaufnahme, kein Endzustand.

Für Harry Kane ist es der 14. Pflichtspiel-Einsatz in Folge. Der Engländer traf in den letzten fünf Partien sechs Mal. Wenn er heute trifft, zieht er mit Gerd Müller gleich: 365 Bundesliga-Tore – ein Wert, der für sich spricht. Die Arena wird wieder 75.000 Fans fassen, das Heimrecht liegt in der Luft. Der Countdown läuft, der Meister will sich warmduschen. Die Frage ist nicht mehr, ob Kompany rotiert – sondern wie lange er durchrotieren kann.