Kompany schickt kane nach bergamo – und will das leverkusen-debakel nie wieder erleben
Erstmalig in 68 Jahren Europapokal-Geschichte trifft der FC Bayern auf Atalanta Bergamo. Für Vincent Kompany ist das kein statistisches Kuriosum, sondern eine Fußfessel aus eigener Erfahrung: Seine Leverkusen-Elf kassierte im Mai 2024 im Europa-League-Finale eine 0:3-Klatsche gegen dieselben Italiener. Josip Stanisic saß damals mit auf der Bank, heute warnt er im Trikot des Rekordmeisters: „Atalanta drückt von der ersten Sekunde das Tempo. Wir bekommen das Manndeckungsspiel über 90 Minuten, kein Meter wird geschenkt.“

Die neuer-frage ist gelöst, die kane-frage nicht
Manuel Neuer fehlt erneut, Jonas Urbig steht zwischen den Pfosten. Der 21-Jährige absolvierte bereits vier K.o.-Spiele in der Vorsaison, doch das Lombardien-Duell ist seine erste Champions-League-Startelf. Kompany schwärmt statt zu zittern: „Er sammelt Erfahrung wie andere Sammelbilder, nur schneller.“ Größerer Knoten ist Harry Kane. Der Topstürmer trainierte am Montag erstmals wieder schmerzfrei, ein Hämatom an der Wade ist abgeheilt. Ob von Anfang an oder als Joker – Kompany lässt die Arena bis zum Warmmachen zappeln. „Harry ist im Kader, er kann jederzeit eine Szene entscheiden. Wir wählen die Option, die Atalanta am meisten schadet.“
Die Warnung lieferte der BVB. Nach dem 2:0 daheim unterlagen die Schwarz-Gelben in Bergamo 1:4. Stanisic biss sich auf die Lippe, als er das Ergebnis hörte: „Das darf uns nicht passieren. Wir haben gesehen, wie Atalanta die Räume verwandelt, wenn man nur eine Halbheit zeigt.“ Die Zahlen sprechen für den Favoriten: 22 Siege, 10 Remis, 17 Niederlagen lautet Bayerns Bilanz gegen Serie-A-Klubs. Doch Atalanta ist Klub Nummer 8 aus Italien – und die bisherigen sieben lernten, dass München selten verreist, um zu verlieren.
Kick-off ist am Mittwoch um 21:00 Uhr in der Gewiss-Stadium. Kompany schickt seine Profis in einen Tunnel, nicht in eine Falle. „Wir wollen den Grundstein legen, nicht nur ein gutes Ergebnis mitnehmen. Das Rückspiel soll Formsache bleiben.“ Seine letzte Frage gilt der Startelf. Seine erste Antwort wird lauten: kein Déjà-vu, sondern Vorsicht mit offenem Visier. Denn wer Atalanta unterschätzt, fliegt früher, als ihm lieb ist – und das weiß niemand besser als der Coach, der 2024 noch mitten im italienischen Sturm stand.
