Kompany kritisiert mourinho scharf nach rassismus-vorwürfen im real-benfica-spiel

Kompany äußert sich zu den vorfällen in lissabon

Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern München, hat sich am Freitagmittag deutlich zu dem Skandal im Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid geäußert. Er kritisierte insbesondere die Reaktion von José Mourinho, dem Trainer von Benfica, auf die Vorwürfe des Rassismus gegen Vinícius Júnior. Kompany betonte, er werde nach seiner Stellungnahme keine weiteren sportlichen Fragen beantworten.

Die eskalation im spiel benfica gegen real madrid

Die eskalation im spiel benfica gegen real madrid

Am Dienstagabend war es zu einem Eklat gekommen, als Vinícius Júnior behauptete, von Gianluca Prestianni von Benfica als „mono“ (Affe) beleidigt worden zu sein. Prestianni hatte sich während der Auseinandersetzung das Trikot über Mund und Nase gezogen, was die Beweisführung erschwert. Das Spiel wurde daraufhin für zehn Minuten unterbrochen und versank in Chaos.

Kompany stellt sich hinter vinícius júnior

Nachdem die Fragen zum Spiel gegen Eintracht Frankfurt beantwortet waren, nutzte Kompany die Gelegenheit zu einer eindringlichen Stellungnahme. Er zeigte sich klar auf der Seite von Vinícius Júnior: „Wenn man sich die Szene ansieht, sieht man, dass Vinis Reaktion nicht vorgetäuscht sein kann. Ich sehe keinen Grund für ihn, sich beim Schiedsrichter zu beschweren und all das auf sich zu nehmen.“ Auch die Reaktion von Kylian Mbappé bestärkte Kompany in seiner Überzeugung.

Scharfe kritik an josé mourinho

Kompany übte scharfe Kritik an José Mourinho, der Vinícius‘ Charakter infrage gestellt habe, indem er ihm dessen Torjubel vor den gegnerischen Fans vorwarf. „In puncto Führung ist das ein riesiger Fehler. Das ist etwas, was wir nicht akzeptieren sollten“, erklärte der Bayern-Coach. Mourinho habe zudem den Namen von Eusébio erwähnt und behauptet, bei Benfica könne kein Rassismus herrschen.

Die historische perspektive und die situation schwarzer spieler

Kompany widersprach dieser Aussage vehement. Er erinnerte daran, welche Erfahrungen schwarze Spieler wie Eusébio in den 1960er-Jahren machen mussten. „Weiß er, was schwarze Spieler in den 1960er-Jahren ertragen mussten?“, fragte Kompany. Er betonte, dass schwarze Spieler damals oft keine andere Wahl hatten, als rassistische Angriffe stillschweigend zu ertragen.

Kompany relativiert seine kritik an mourinho

Später relativierte Kompany seine Kritik jedoch und betonte, er verurteile Mourinho nicht als Person, sondern lediglich seine Reaktion auf den Vorfall. „Ich habe 100 Leute kennengelernt, die mit José Mourinho gearbeitet haben. Niemals habe ich gehört, dass jemand etwas Schlechtes über ihn gesagt hätte. Ich verstehe seine Persönlichkeit und verstehe, dass er für ein Team und den Verein kämpft“, sagte er.

Persönliche erfahrungen und der wunsch nach entschuldigung

Kompany, der selbst in seiner Profikarriere mehrfach rassistisch beleidigt wurde, äußerte den Wunsch nach einer Entschuldigung. „Mein Traum ist, dass es am Ende dieser Situation einen Raum gibt, wo jemand sagen kann: ‚Es tut mir leid, ich bitte um Entschuldigung‘.“ Die UEFA ermittelt derzeit im Fall Vinícius Júnior gegen Gianluca Prestianni. Das Rückspiel findet am kommenden Mittwoch in Madrid statt.