Kompany kontert bischofs analyse: „junge spieler hat einen fehler gemacht“
München – Die Aufregung um die interne Kritik beim FC Bayern ist noch lange nicht abgeflaut. Nach dem knappen 1:0-Sieg in Wolfsburg sorgte ein Interview des jungen Tom Bischof am Sky-Mikrofon für Gesprächsstoff – und die umgehende, deutliche Antwort von Trainer Vincent Kompany.

Die spitze des jungen talents: gegenpressing als problem?
Bischof hatte nach dem Spiel selbstkritisch gemeint, dass dem FC Bayern in letzter Zeit die „kleinen Basics“ fehlen würden, insbesondere das aggressive Gegenpressing direkt nach Ballverlust. „Das ist mir von außen aufgefallen. Deshalb machen wir die langen Wege – und kassieren so viele Gegentore“, so der 20-Jährige. Eine Analyse, die im Nachhinein offenbar nicht bei allen auf Gegenliebe stieß.
Kompany, sichtlich amüsiert, ließ es daraufhin nicht gelten. Auf die Nachfrage von Sky-Moderator Sebastian Hellmann, ob er die Einschätzung des Spielers teile, antwortete der Coach mit einem Lächeln: „Nein, natürlich nicht. Der junge Spieler hat einen Fehler gemacht in diesem Interview.“ Ein klares Statement, das die Debatte um die interne Kommunikation beim Rekordmeister weiter anheizt.
Die eigentliche Ursache liegt laut Kompany woanders. „Es geht darum, dass man vielleicht nicht immer das Gefühl haben muss, dass man in den ersten 10–15 Minuten schon 3–4 Tore machen muss und die anderen dann einfach auf dem Boden liegen. Das passiert nicht so. Wir haben 10 Minuten gut angefangen, haben dann ein bisschen unsere Geduld verloren und dann wird es halt schwieriger.“
Die Situation zeigt einmal mehr, dass Kompany kein Blatt vor den Mund nimmt und bereit ist, auch junge Spieler öffentlich zu korrigieren. Er kündigte an, das Gespräch mit Bischof nochmals zu suchen und hofft, dass dieser sich das Interview im Bus noch einmal angesehen hat. „Ich bin mir sicher, dass er in ein paar Jahren genau das Gleiche sagen wird.“ Ein ironischer Seitenhieb, der die Diskrepanz zwischen der Erfahrung eines Trainers und der Perspektive eines jungen Talents verdeutlicht.
Während die Fußballwelt sich über die möglichen Abwerbungen von David Alaba zu italienischen Klubs, Salzburg oder sogar Übersee unterhält, bleibt Kompany vorerst bei der Aufgabe, sein Team zu stabilisieren und die interne Kommunikation zu verbessern. Und während Lothar Matthäus nach dem Sieg von Bayern Hoffnungen auf eine Nagelsmann-Rückkehr äußerte, konzentriert sich Kompany darauf, das Triple-Trauma zu überwinden – und das ohne öffentlichkeitswirksame Streitereien mit seinen Spielern.
