Kolumbien: lorenzo stellt wm-kader vor – überraschungen und abschiede
Ein Erdbeben im kolumbianischen Fußball: Néstor Lorenzo präsentierte am Montag seinen endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft 2026. Während viele bekannte Gesichter dabei sind, fehlen überraschende Namen, die das Team in den Qualifikationsspielen maßgeblich geprägt haben. Ein Umbruch, der die Fans spaltet und die Frage aufwirft, ob Lorenzo den richtigen Weg eingeschlagen hat.
Die ausgestoßenen: wer verpasst das wm-abenteuer?
Rafael Santos Borré, einst eine feste Größe im Team, muss sich nun geschlagen geben. Cucho Hernández, mit seiner starken Saison bei Betis Sevilla, setzte ihn auf der Bank. Ein herber Schlag für den Stürmer, der in den letzten Wochen zwar wieder in Torform kam, doch dem Konkurrenzkampf nicht standhalten konnte. Auch Sebastián Villa, dessen Name in den letzten Wochen für viel Aufsehen sorgte, steht vor dem Aus. Seine kontroversen Strafraumaktionen wogen schwerer als seine sportlichen Leistungen – ein bitteres Ende für einen talentierten Spieler.
Jhon Jáder Durán, ein Spieler mit großem Potenzial, konnte Lorenzo ebenfalls nicht überzeugen. Trotz seiner gelegentlichen Hoffnungsschimmer überwogen seine sportlichen Fehlentscheidungen und außersportlichen Verfehlungen. Lorenzo entschied sich für zuverlässigere Optionen im Angriff. Und dann ist da noch Juan Guillermo Cuadrado, eine Legende des kolumbianischen Fußballs. Der erfahrene Routinier hatte gehofft, auf eine letzte Weltmeisterschaft, doch Lorenzo bevorzugte jüngere Kräfte wie Carlos Andrés Gómez und Jaminton Campaz – eine Entscheidung, die viele Fans enttäuscht hat.
Wilmar Barrios, lange Zeit ein unumstrittener Stammspieler im Mittelfeld, ist ebenfalls dem Kader ferngeblieben. Trotz seiner Konstanz und seiner Erfolge in Russland wurde er von jüngeren Spielern wie Portilla, Puerta und sogar Kevin Castaño überholt. Ein weiteres Opfer der rigorosen Ausmählung Lorenzos. Auch Yerson Mosquera, der Verteidiger von Wolverhampton, musste seinen Platz an Willer Ditta abtreten. Ein weiteres Beispiel dafür, wie Lorenzo auf neue Gesichter setzt.
Juan Cabal, dessen Fehler im letzten Testspiel gegen Frankreich ihm möglicherweise das Ticket zum WM-Turnier gekostet hat, gehört ebenso zu den Ausfällen wie Kevin Mier, der Torhüter von Cruz Azul. Lorenzo entschied sich für die erfahrenen Kräfte Montero und Ospina, die im Tor für Stabilität sorgen sollen.

Lorenzos strategie: jugend und frischer wind
Lorenzos Entscheidungen werfen Fragen auf. Ist dies der Beginn einer neuen Ära im kolumbianischen Fußball, in der junge, hungrige Spieler die Chance bekommen, sich zu beweisen? Oder hat der Trainer mit diesen Auswahlen einen Fehler begangen und wichtige Säulen des Teams vorgejagt? Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Lorenzos Wagnis aufgeht. Die WM 2026 steht vor der Tür, und Kolumbien muss sich neu erfinden.
