Kölner haie zittern, münchen und berlin schlagen zurück – del-krimi nimmt fahrt auf
Zwei Spiele, zwei Siege, trotzdem kein Grund zur Entspannung: Die Kölner Haie wackeln auf dem Weg ins Halbfinale der DEL-Play-offs sichtlich. Beim 4:2 gegen Schwenningen lagen sie schon wieder zurück, mussten hinterher rennen, die Nerven liegen blank. Die Serie steht 2:0, doch das sagt nur die Hälfte der Wahrheit.
Die haie haben einen plan – und der funktioniert gerade noch
Nate Schnarr traf doppelt, einmal in jedem Drittel, und rettete seine Mannschaft vor peinlichen Fragen. Denn die Wild Wings ließen erneut keinen Zweifel daran, dass sie nicht als Statist in dieser Serie auftreten wollen. Zweimal führten sie, zweimal schlug Köln zurück. Das ist keine Dominanz, das ist reines Überleben. Spiel drei findet am Sonntag in Schwenningen statt – und dort wird es rauer. Die Haie wissen: Ein Auswärtssieg, und die Vorentscheidung liegt in Reichweite. Eine Niederlage, und die Serie kippt.
Während Köln noch nach Luft schnappt, haben andere Teams den Rückstand bereits abgeschüttelt. Der EHC Red Bull München fegte den ERC Ingolstadt mit 6:1 vom Eis, nachdem sie beim Auftakt noch mit 5:6 unterlagen hatten. Tobias Rieder traf doppelt, Chris DeSousa, Jeremy McKenna, Maximilian Kastner und Taro Hirose sorgten für die Vorentscheidung. Ingolstadt muss nun in München antreten – und dabei auf Morgan Ellis verzichten, der nach einem brutalen Bandencheck gegen Ryan Murphy mit einer Spieldauerstrafe vom Platz flog.

Berlin und mannheim – die revanche kam mit feuer
Die Eisbären Berlin antworteten auf ihr 1:5-Debakel mit einem knappen, aber wichtigen 2:1 gegen Straubing. Ty Ronning war es, der die Hauptstädter mit zwei Treffern zurück in die Serie schoss. Straubing hatte nach dem Erfolg im ersten Spiel die Chance, die Serie zu entreißen, doch Berlin ist erfahren im Umgang mit Druck. Sonntag treffen beide Teams erneut aufeinander – diesmal mit Heimrecht für die Tigers.
In Bremerhaven hingen die Köpfe nach dem 4:5 nach Verlängerung gegen Mannheim tief. Die Fischtown Pinguins lagen zwischenzeitlich mit 4:2 vorne, doch Christian Wejse und Colt Conrad erzwangen die Verlängerung, in der Zach Solow mit einem Powerplay-Tor die Adler auf 2:0 in der Serie stellte. Eine umstrittene Strafe gegen Verteidiger Vladimir Eminger war der Funke, der das Feuer entfachte – und nun liegt der Druck komplett auf Bremerhavener Seite.
Die DEL-Play-offs haben ihre erste Scharte gezeigt. Die Favoriten wanken, die Außenseiter beißen sich fest. Und kein Team kann sich sicher sein, dass der nächste Schritt auch der richtige ist. Die Haie sind nah dran – aber noch nicht durch. Und das ist genau das, was diese Phase so unerbittlich macht.
