Kohfeldt räumt auf: warum darmstadt seine stars ständig verliert

Florian Kohfeldt hat genug von den ständigen Rückschlägen. Drei Tage vor dem Spitzenspiel gegen Schalke 04 lud der Darmstadt-Trainer die Medien zu einer außerordentlichen Pressekonferenz – und lieferte ein Geständnis ab, das selbst langjährige Begleiter der Lilien überraschte.

Die wahrheit hinter den verpatzten prognosen

Fraser Hornby, Fabian Nürnberger, Kilian Corredor: Namen, die in dieser Saison oft auf dem Papier standen, selten aber auf dem Rasen. „Ich habe nicht geblufft“, betonte Kohfeldt, „aber ich habe gelernt, dass Prognosen im Fußball nur so gut sind wie der nächste MRT-Scan.“

Der Coach räumte ein, dass das vor anderthalb Jahren eingeführte System aus Trainer-, Medizin- und Betreuerteam an seine Grenzen stößt. Die Devise „Hauptsache, er kann 20 Minuten spielen“ wurde abgeschafft – mit Folgen. „Wir haben physisch unseren Rhythmus verloren“, sagt Kohfeldt. Nach der Winterpause erwischte es fast die komplette Mannschaft. „Drei bis fünf Spieler hatten ein normales Trainingslager. Der Rest war krank oder verletzt.“

Endspurt mit höherem risiko

Endspurt mit höherem risiko

Nun wird umgesteuert. Statt Langzeitplanung dominiert das Spiel-zu-Spiel-Prinzip – auch wenn das die Verletzungsgefahr erhöht. „Vielleicht zählt das Schalke-Spiel schon dazu“, sagt Kohfeldt. Die Rechnung: drei Punkte gegen den Tabellenführer wägen schwerer als ein möglicher Rückfall.

Matthias Bader, nach Knie-OP gerade wieder fit, soll nicht mehr nur Kassenbon für Kurzeinsätze sein. Bei Hornby zeichnet sich ebenfalls eine Rückkehr ab. Komplizierter wird es bei Corredor und Nürnberger. Corredors Hüfte reagiert seit dem Wintertraining auf jede Belastung. Nürnberger, nach Meniskus-Operation im Oktober, kämpft mit einer Oberschenkel-Muskelverletzung, die aus der Knie-Reha resultiert. „Er ist raus aus dem Rhythmus“, sagt Kohfeldt. „90 Minuten werden für ihn zur Wochenarbeit.“

Die Lilien liegen sieben Punkte hinter Rang drei. Die Aufstiegsrechnung ist simpel: ohne Hornby, Nürnberger & Co. gibt es keine Meisterfeier. Kohfeldt weiß: „Wenn wir jetzt nicht alle zusammenkriegen, war’s das.“