Späte abendessen: warum ihr körper protestiert – expertentipp!
Wer regelmäßig bis spät in die Nacht isst, riskiert mehr als nur ein paar Kilos. Der Biologe und Ernährungswissenschaftler Sacha Sorrentino warnt vor den Auswirkungen auf Stoffwechsel, Blutzucker und Schlafqualität. Ein Blick darauf, wie man es besser macht.
Der innere uhr und die folgen von spätmahlzeiten
Es ist eine Gewohnheit, die viele kennen: Der Feierabend, ein später Filmabend, und ehe man sich versieht, ist es nach 21 Uhr und der Hunger meldet sich. Doch was viele nicht wissen: Dieses Verhalten kann den Körper nachhaltig belasten. Sorrentino erklärt, dass unser Organismus einem natürlichen Rhythmus folgt, dem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Dieser steuert zahlreiche Körperfunktionen, und gerade in den Abendstunden verlangsamt sich der Stoffwechsel.
Was passiert konkret, wenn wir zu spät essen? Der Körper ist tagsüber darauf ausgelegt, die Energie aus der Nahrung optimal zu nutzen. In der Nacht hingegen wird die Verdauung und der Stoffwechsel gedrosselt. Das bedeutet, dass die Nährstoffe schlechter aufgenommen werden und ein Teil davon potenziell als Fett gespeichert wird. Darüber hinaus kann es zu Schlafstörungen kommen, da der Körper mit der Verdauung beschäftigt ist, anstatt sich auf die Regeneration zu konzentrieren. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann ebenfalls die Folge sein, was langfristig das Risiko für Diabetes erhöhen kann.

Der richtige zeitpunkt für das abendessen
Die ideale Essenszeit ist natürlich individuell verschieden, so Sorrentino. Doch eine Faustregel besagt: Vermeiden Sie Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen. Ideal ist es, das Abendessen zwischen 18 und 19 Uhr einzunehmen. Wer dennoch später Hunger hat, sollte auf leichte Snacks wie Joghurt oder Obst zurückgreifen, anstatt zu schweren Mahlzeiten zu greifen.
Die Zahlen sprechen für sich: Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig spät essen, ein höheres Risiko für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen haben. Und das, obwohl die Kalorienzufuhr möglicherweise nicht höher ist als bei Personen, die früher essen. Es geht also nicht nur um die Menge, sondern auch um den Zeitpunkt.
Ein Tipp von Experten: Achten Sie auf Ihren Körper und finden Sie heraus, wann er am besten verdaut. Experimentieren Sie mit verschiedenen Essenszeiten und beobachten Sie, wie Sie sich fühlen. Ein gesunder Schlaf und ein funktionierender Stoffwechsel sind das Ziel. Und das gelingt am besten, wenn man seinem Körper die Zeit gibt, sich zu erholen – auch nach dem Abendessen.
