Sinner auf sand: der ungewöhnliche vergleich des trainers
Monte Carlo – Jannik Sinner ist in Monaco angekommen, und das nicht ohne Aufsehen. Sein Trainer Simone Vagnozzi hat in einem Interview mit Sky Sport ein überraschendes Bild bemüht, um die rasche Anpassung des Weltranglisten-Zweiten an den Sandplatz zu erklären. Ein Vergleich, der im Tennis-Zirkel für Gesprächsstoff sorgt.

Die nudel-metapher: weniger ist manchmal mehr
Vagnozzi vergleicht Sinner's Umstellung mit der Zubereitung von Nudeln mit Tomatensauce. „Wir verwenden oft das Beispiel Nudeln mit Tomatensauce: Wenn man zu viel Salz nimmt, ist es nicht gut. Wenn man zu wenig nimmt, ist es auch nicht gut“, so der Coach. Es geht darum, das richtige Maß zu finden, ohne das Spiel grundlegend zu verändern. „Wenn man keinen Parmesan nimmt oder zu viel davon, funktioniert es nicht. Man muss immer die richtigen Mengen finden, man darf sein Spiel nicht auf den Kopf stellen.“ Eine simple, aber treffende Analogie, die die Feinheiten der Anpassung an eine neue Spieloberfläche verdeutlicht.
Sinner, der nach seinem Triumph in Miami nur acht Tage später in Monte Carlo aufschlägt, sorgte bereits im Vorfeld für Diskussionen. Carlos Alcaraz äußerte sich überrascht über die enge Abfolge der Turniere und die geringe Erholungszeit. „Ich war überrascht, denn er hatte im letzten Monat viele Spiele, spielte in einem sehr intensiven Rhythmus und hatte nicht viel Zeit, sich auszuruhen und vorzubereiten“, so der Weltranglistenerste.
Doch Sinner scheint hungrig nach Erfolg auf Sand zu sein. Nachdem er im Vorjahr einen Großteil der Sandplatzsaison aufgrund einer Dopingsperre verpasst hatte, ist er nun fest entschlossen, in dieser Saison einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Sein Trainer scheint ihm zu vertrauen: „Janniks Erfahrung auf Sand ist besser als vor zwei Jahren.“
Die jüngsten Erfolge in Indian Wells und Miami haben das Selbstvertrauen des jungen Italieners weiter gestärkt. „Natürlich hilft es, im Rausch der Begeisterung nach zwei Siegen wie denen in Indian Wells und Miami anzutreten, denn das Selbstvertrauen ist in diesem Sport entscheidend“, betont Vagnozzi. Er erinnert an frühere Gelegenheiten, auf Sand große Erfolge zu feiern, wie das Spiel gegen Tsitsipas und die drei Matchbälle gegen Alcaraz in Paris. Und er verweist auf den Sieg in Umag 2022 gegen eben diesen Alcaraz.
Am Freitagmittag trifft Sinner im Viertelfinale von Monte Carlo auf Felix Auger-Aliassime. Die Partie verspricht Spannung, und es bleibt abzuwarten, ob Sinner seine Form aus den letzten Turnieren mitnehmen und seinen zweiten Titel auf Sand erringen kann. Die Kraftreserven scheinen noch vorhanden zu sein, denn Vagnozzi spricht von einem „recht flexiblen Spielplan“ und schließt eine Pause nach Monte Carlo noch nicht aus.
Die Nudel-Metapher des Trainers mag skurril sein, aber sie spiegelt das komplexe Zusammenspiel von Anpassung, Erfahrung und Selbstvertrauen wider, das Jannik Sinner auf seinem Weg zu weiteren Erfolgen auf Sand erwartet.
