Eisschnelllauf: desg-boss große stellt ultimatum – streit eskaliert!
Die Stimmung im deutschen Eisschnelllauf ist alles andere als frostig. Matthias Große, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG), hat im Streit um die neuen Athletenvereinbarungen eine klare Linie verabschiedet: Wer nicht unterschreibt, gehört nicht mehr zum Bundeskader. Ein Ultimatum, das die Sportler in Erfurt vor eine Zerreißprobe stellt und den Thüringer Eis- und Rollsportverband (TERV) zur offenen Rebellion veranlasst.

Verband fordert rücktritt – große bleibt un beeindruckt
Die Forderungen nach Großes Rücktritt sind lauter geworden, genährt von der Ablehnung zahlreicher Athleten, die sich gegen die Verpflichtung zur Verlagerung ihres Trainings nach Inzell oder Berlin wehren. Der TERV hat in einem deutlichen Schreiben an das DESG-Präsidium seinen Unmut zum Ausdruck gebracht. Doch Große reagiert gelassen, fast schon zynisch: „Wenn ich bei jeder Rücktrittsforderung zurücktreten würde, wäre ich Busfahrer irgendwo für 800 Euro im Nebenjob.“ Eine Ansage, die die Konturen des Konflikts nochmals schärft.
Die Kernfrage: Leistung versus Standort. Während Große die Umstrukturierung als notwendig erachtet, um die mageren Ergebnisse bei Olympischen Spielen zu verbessern – „viermal bei Olympischen Spielen nichts geholt!“ – sehen die Sportler ihre sportliche Heimat in Erfurt und betonen die Bedeutung des dortigen Trainings.
„Erfurt hat keine Kaderathleten mehr, wenn die Athleten nicht die Athletenvereinbarung unterschreiben. Das ist der klare Weg“, betonte Große im MDR-Interview. Die Frist zur Unterzeichnung läuft am 26. Juni aus – ein Datum, das für die Sportler in Erfurt zur Zäsur wird. Die DESG räumte zwar eine letzte Prüfung des Dokuments ein, doch Große ließ keinen Zweifel daran, dass diese Frist bindend sei.
Die Sportler, die von der geplanten Umstrukturierung betroffen sind, klammern sich an ihre Identität: „Sie bleiben Erfurter“, so Große, der betont, niemand wolle „Erfurt zerstören“. Aber die Vorgaben des Verbandes sind eindeutig: Allround-Training in Inzell, Sprinttraining in Berlin. Ein Kompromiss, den viele Athleten ablehnen.
Die Situation eskaliert weiter. Der TERV riet den Kaderathletinnen und -athleten am Bundesstützpunkt Erfurt, die Vereinbarung nicht zu unterschreiben. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat jedoch versichert, dass der Kaderstatus zwar von der DESG vorgeschlagen, aber ausschließlich vom DOSB selbst vergeben wird. Eine Entwicklung, die die Ohren spitzt.
Die Eisschnelllauf-Legende Claudia Pechstein wird derweil als neue Bundestrainerin in das Geschehen eingewoben – ein Zeichen dafür, dass der deutsche Eisschnelllauf dringend neue Impulse benötigt. Ob Großes harte Linie den erhofften Erfolg bringen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Streit um die Athletenvereinbarung hat die deutsche Eisschnelllauf-Familie tief gespalten und das Vertrauen in den Verband nachhaltig beschädigt. Die Sportler haben keine andere Wahl, als sich zu entscheiden, ob sie Leistungssport machen oder Familiensport.
