Koblenz wird zur akrobatik-arena: shak alade verbiegt die physik
1300 Zuschauer, ein Brite, zwei Beine – und keine Regel, wo sie eigentlich hingehören. Shak Alade trat am Montag in der Koblenz-Arena an, drehte seinen Fuhrwerkskörper in Positionen, die selbst Physik-Professoren ins Stottern bringen. Das Publikum raste aus, das „Feuerwerk der Turnkunst“ zündete tatsächlich.

Die show „wyld“ sprengt die grenzen des normalen
Alade ist nur der Protagonist eines Abends, der seit 35 Jahren beweist: Turnen ist mehr als Pflicht und Note. Artisten wirbeln durch Luft, Röhrenräder beschleunigen wie Kreisel, ein Seilakt hoch unter der Hallendecke endet mit einer Salto-Landung, die laut Kommentar „nicht in diesem Universum erfunden“ wirkt. Dazwischen lachen die Leute – Comedy-Inserts halten die Spannung, bevor der nächste Sprung wieder die Kehle zuschnürt.
Die Choreografen haben die Pausen zwischen Nervenkitzel und Slapstick auf Sekunde getaktet; das Tempo frisst Atem, das Timing verhindert Ausrutscher. Ergebnis: 137 Sekunden Dauerapplaus nach Alades Finale, in dem er den linken Fuß hinter dem Kopf versenkt, den rechten an der Wirbelsäule entlang nach unten führt – und dann noch lächelt, als wäre das sein Smalltalk.
Die große Bühne nutzten auch heimische Vereine. KTV Koblenz und die Leistungsgruppe der rhythmischen Sportgymnastik Mittelrhein wärmten das Publikum mit akrobatischem Gewissen: Handstand-Pyramiden ohne Schwanken, Seilspring-Doppel-Dutch mit Herzrhythmus. Die Kids aus der Region bekamen Standing Ovations, bevor die Profis überhaupt ihre ersten Salti drehten – ein Nebeneffekt, der Ehre und Nachwuchs gleichermaßen fördert.
Karten waren restlos weg, die Arena glich einem Kessel, dessen Deckel die Decke ersetzte. Zuschauerin Pia Schaffland-Bierbrauer fasst es zusammen: „Die Fertigkeiten, die Performances – alles ist einfach nur begeisternd.“ Kein Superlativ zu hoch, kein Lob zu grell, denn hier zählt nur, was der Körper leistet, wenn Geist und Disziplin den Befehl übernehmen.
Die Show tourt weiter, doch Koblenz behält das Copyright auf diesen einen Montag, an dem ein Brite die Gelenke neu erfand und 1300 Menschen lernten: Normales Ende ist nur eine Option, nicht das Gesetz.
