Kniat schickt bielefeld in die schalke-hölle: „wir müssen eklig verteidigen“
Am Freitagabend stürzt sich Arminia Bielefeld in die nächste Zitterpartie: Auf Schalke wartet der Liga-Primus, auf Mitch Kniat wartet die Frage, ob seine Elf den Anschluss an die Spitze oder an die Abstiegszone verliert. Nach dem 0:1 gegen Hannover fordert der Coach ein „noch giftigeres“ Bielefeld – und eine Tempo-Falle für Edin Dzeko.
Handwerker und momuluh fehlen – kniat stemmt sich gegen krisenstimmung
Die Personalie ist prekär. Gelb-gesperrt sitzen Tim Handwerker und Monju Momuluh in der Kabine, auf der anderen Seite fehlt Schalke mit Nikola Katic ebenfalls die Abwehr-Achse. Doch Kniat will keine Ausreden. „Ich brauche keine neue Formation, ich brauche eine neue Intensität“, poltert der 40-Jährige. Er spricht von „Zwei-Kampf-Quote 60+“, von „Zwischenlinien-Läufen, die Schalke zerreißen“, von einem Bielefeld, das „die hohe Schalker Kette neu justieren“ will.
Die Zahlen sprechen gegen Arminia: Erst zwei Auswärtssiege in dieser Saison, kein einziger Treffer in den letzten 217 Minuten. Doch Kniat zieht sich an der Hannover-Spielzeit hoch: „Wir haben die Räume erkannt, die Lücken gesteckt. Nur das Netz haben wir nicht zappeln lassen.“ Genau das will er in Gelsenkirchen korrigieren – mit einem 4-2-3-1, das sich in eine 4-4-2-Pressung verflüchtigt, sobald Schalke den ersten Pass nach vorne wagt.

Dzeko-duell: „in der box ist er noch dieselbe maschine“
Kniat schickt seine Innenverteidiger Andres Andrade und Stefan Kutschke in eine Art Manöverkrieg. „Edin bekommt den Ball, aber er bekommt ihn nie sauber“, lautet die Devise. Andrade soll den Körper einsetzen, Kutschke den Schnitt nach vorne. „Eklig verteidigen“ nennt Kniat das, ein Begriff, den er sich beim Handball abgeschaut hat. „Wenn Dzeko drehen will, dreht er gegen zwei Beine. Wenn er flanken will, fliegt der Kopf dazwischen.“
Doch der Coach warnt vor einem Eindimensional-Denken. „Schalke ist nicht nur Dzeko, Schalke ist Pauli-Pressing plus Revierpower“, sagt er und zählt auf: Assan Ouédraogo als Zehner-Teufel, Kenan Karaman als Tiefe-Läufer, Lino Tempelmann als Ball-Zirkulations-Metronom. „Wenn wir nur Dzeko stoppen, verlieren wir 0:3.“

Restprogramm der horror-klasse: paderborn, elversberg, darmstadt
Nach Schalke folgt ein November-Kalender, der selbst Optimisten erzittern lässt: Heimspiel gegen Paderborn, Auswärtstest in Elversberg, dann Darmstadt – alles Teams, die aktuell besser da stehen als Bielefeld. Der DSC hat 14 Punkte, nur zwei mehr als der Relegationsplatz, vier mehr als Rang 17. Kniat schmunzelt, als er nach der Tabelle gefragt wird: „Ich kenne die Zahlen, aber ich rechnet nicht. Ich trainiere.“
Seine Spieler sollen sich an die Hannover-Performance erinnern, an die 21 Torschüsfe, an die 58 Prozent Ballbesitz, an die 28 Ballgewinne im gegnerischen Drittel. „Wir haben gezeigt, wie man ein Topteam verwunden kann. Jetzt müssen wir zeigen, wie man ein Topteam besiegt.“
Schon morgen um 18.30 Uhr wird sich zeigen, ob Bielefeld die Schalke-Arena zum Kochen bringt – oder ob die eigene Saison endgültig kocht. Kniats letzte Botschaft an seine Mannschaft: „Wenn ihr nach 90 Minuten keinen Krampf in der Wade habt, war es kein Arminia-Spiel.“
