Klein kehrt zurück: ewe baskets holen altmeister kröger ins büro
Marius Kröger steht wieder in der EWE-Arena – diesmal ohne Klapperstuhl, dafür mit Vollmacht. Der frühere Praktikant von 2009 kehrt als erfahrener Strukturgeber zurück und übernimmt sofort die Sponsorensteuer.
15 Jahre nach dem praktikum kommt der profi
Backstage lacht niemand mehr über den „Jungen vom Kopiermarkt“. Kröger bringt ein Adressbuch mit, das zwölf Bundesligisten neidisch macht. Artland Dragons, Sportlich-Wirtschaftlicher Notstand, zweimal Insolvenz nur knapp verpasst – er war die Ruhe selbst. Nun soll er für Oldenburg Partner locken, die höher springen als die bisherigen Shirtlogos.
Die Verhandlungen dauerten keine zwei Wochen. Intern heißt es, Geschäftsführerin Jutta Höing habe ihm beim ersten Treffen die Zahlen gezeigt – und Kröger habe gefragt: „Wo unterschreibe ich?“ Der Klub spürt den Druck: In der Bundesliga stagniert die Werbegeldkurve, während Kosten für Reisen und Nachwuchs steigen. Ein Mann, der in Quakenbrück aus Asche Kapital schuf, passt ins Raster.
Doch ein Detail bleibt unterschlagen: Sein Ausscheiden bei den Dragons erfolgte nicht ganz freiwillig. Insider berichten von aufgeheizten Vorstandssitzungen, in denen die Frage stand, ob Krögers Netzwerk noch zeitgemäß sei. Er selbst redet das klein: „Jede Geschichte hat zwei Seiten. Ich nehme nur gute Erinnerungen mit.“
Für die Fans ist die Personalie ein Seitenwechsel mit Promi-Faktor. Auf Twitter kursiert schon ein Foto, das ihn 2008 mit Aktenkoffer und wilder Frisur zeigt – daneben das Motto: „Same city, new level.“ Die Botschaft: Wer einst Kaffee kochte, beschafft jetzt Millionen.
Die Zahl, die spricht: Allein durch seine letzte Verhandlungsrunde bei den Dragons sicherte Kröger Trikotwerbung von 1,2 Millionen Euro über drei Jahre. Oldenburg operierte zuletzt mit 800 000. Ein Loch, das er stopfen soll. Und er hat schon angekündigt, keine halben Sachen zu machen: „Ich bin nicht für ein Logo da, sondern für eine Marke, die den Norden wieder nach vorne bringt.“
Am Rande des ersten Heimspiels gegen Würzburg wird er offiziell vorgestellt. Die Arena ist seit Tagen ausverkauft. Die Marketingabteilung hat schon ein neues Sponsoring-Paket kreiert: „Drachen-Club weg, Löwen-Club her – aber der Strippenzieher bleibt derselbe.“
Kröger selbst schlägt einen kühlen Ton an: „Ich bin kein Retter. Ich bin ein Rechnungssteller mit Herz.“ Dann lacht er – und verschwindet im VIP-Gang, wo die ersten Partner bereits warten. Oldenburg hat seinen Mann, der Basketball-Beziehungen wie andere alte Trikots sammelt. Für den Rest der Liga heißt das: Gucken, lernen, zittern.
