Klassiker-geburtstag: wie die 'gazzetta' und die roubaix das radfahren prägten
Ein aprilsüchtiges Trio schrieb Sportgeschichte: Die 'Gazzetta dello Sport', die moderne Olympiabewegung und die Hölle des Nordens, Paris-Roubaix. Alles begann vor 130 Jahren, und es ist mehr als nur eine sportliche Chronik – es ist die Geschichte einer Leidenschaft, die Millionen verbindet.
Die 'gazzetta' – mehr als nur rosafarbene seiten
Am 3. April 1896 erblickte das Blatt das Licht der Welt, geboren aus der Fusion von 'Il Ciclista' und 'La Tripletta'. Fünf Centesimi für vier Seiten voller Radsportnachrichten – ein bescheidener Anfang, der eine Medienlegende begründete. Der Versuch, 1000 Kilometer im Pariser Velodrom zurückzulegen, füllte die ersten Seiten. Es war der Beginn einer Ära, in der der Radsport auf den vorderen Seiten feierte.

Aten und roubaix: ein historischer dreierpack
Nur wenige Tage später, am 6. April, weckte Pierre de Coubertin in Athen die antiken Olympischen Spiele zu neuem Leben. Und am 19. April 1896, wurde mit Paris-Roubaix ein weiterer Mythos geboren. Zwei französische Unternehmer, Theodore Vienne und Maurice Perez, die Besitzer einer Weberei und stolze Besitzer eines Velodroms in Roubaix, hatten die Idee, ein Rennen zu inszenieren – ein „diabolisches Projekt“, wie der Sportjournalist Victor Breyer es nannte.
6 Millionen Pflastersteine: Die 'Infern du Nord'
Die Strecke von Paris nach Roubaix, heute 258 Kilometer lang, ist berüchtigt für ihre sechs Millionen Pflastersteine – eine Herausforderung, die den Rennfahrern alles abverlangt. Jacques Goddet, der legendäre Direktor der Tour de France, nannte die Roubaix treffend die „letzte Fahrrad-Verrücktheit“. Ein Rennen, das die Natur selbst zum größten Gegner macht.
Die ersten Siege blieben an deutsche Athleten, wie Josef Fischer, der 1896 in sagenhaften 9 Stunden und 17 Minuten über die Ziellinie fuhr – eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 30,162 km/h. Der Jubel war groß, als Fischer von einer Orchesterformation mit der französischen Nationalhymne, der Marsellaise, empfangen wurde.

Italienische tradition und die pflege des erbes
Im Laufe der 130 Jahre haben italienische Fahrer die 'Infern du Nord' 14 Mal bezwungen, darunter legendäre Namen wie Fausto Coppi und Francesco Moser, der das Rennen dreimal in Folge dominierte. Heute pflegen über 200 Mitglieder des Vereins 'Amis de la Roubaix' die historischen Pflastersteine, eine Aufgabe, die mit viel Liebe und Engagement verbunden ist. Die Zusammenarbeit mit Schulen stellt sicher, dass auch zukünftige Generationen die Bedeutung dieses einzigartigen Rennens verstehen.
Die Klassifizierung der Pflastersteine als Kulturgut im Jahr 1992 unterstreicht ihren immensen Wert. Selbst Diebstahl ist ein Problem, denn viele Fans möchten ein Stück dieser Geschichte für sich behalten. Mit Spannung erwartet man nun, ob Filippo Ganna in diesem Jahr die Tradition italienischer Erfolge fortsetzen kann. Die Roubaix ist mehr als ein Rennen – sie ist ein Denkmal für die Ausdauer, den Mut und die Leidenschaft der Radsportler.
