Kimmichs enthüllung: egoismus in der nationalmannschaft der vergangenheit?

Ein scharfer Wurf von Joshua Kimmich vor der WM 2026: Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hat in einem Interview mit Sports Illustrated eine beunruhigende Erkenntnis aus der Vergangenheit geteilt. Es ging nicht immer nur um den Erfolg des Teams, sondern auch um die individuellen Ambitionen einiger Spieler.

Die kabine als spiegelbild: ein umdenken ist spürbar

Die kabine als spiegelbild: ein umdenken ist spürbar

Kimmich beschrieb, dass er in der Vergangenheit „das Gefühl hatte, dass der eine oder andere zur Nationalmannschaft fährt und es ihm nur um sich selbst geht.“ Diese Aussage wirft ein Schlaglicht auf die Stimmungslage im DFB-Team vor vier Jahren in Katar, wo das vorzeitige Ausscheiden schmerzlich deutlich machte, dass nicht alles reibungslos lief. Die Atmosphäre in der Kabine, so Kimmich, sei heute anders. „Du sitzt da, und da ist ein Team“, betonte er. Ein deutlicher Kontrast zu den Zeiten, in denen das eigene Ego anscheinend über den Mannschaftserfolg gestellt wurde.

Oliver Völler, der Sportdirektor des DFB, unterstreicht diese Einschätzung: „Andere sind Top-Favoriten.“ Das bedeutet, dass die Konkurrenz stark ist und die deutsche Mannschaft sich noch einmal gesteigert hat, um im Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) eine gute Figur zu machen. Kimmich selbst sieht es so: „Es ist nicht mehr selbstverständlich, bei der Nationalmannschaft dabei zu sein, es ist etwas Besonderes. Und das sollte es auch sein.“

Doch wie schafft man dieses Teamgefühl? Kimmich relativiert die Bedeutung von gemeinsamen Aktivitäten: „Ein Mannschaftsabend allein wird niemals dazu führen, dass alle auf dem Platz Freunde sind.“ Vielmehr sieht er den Schlüssel in der Leistung auf dem Spielfeld. „Wenn wir im Spiel an einem Strang ziehen und dann abends noch Bock haben, gemeinsam wegzugehen, kann das wie ein Katalysator wirken. Andersherum funktioniert das nicht.“ Die Chemie muss sich im Spiel entwickeln, nicht durch erzwungene Geselligkeit.

Die Vorbereitung auf die WM ist in vollem Gange, und die Aussagen von Kimmich und Völler lassen hoffen, dass die deutsche Mannschaft in den USA, Mexiko und Kanada eine bessere Leistung zeigen wird als vor vier Jahren. Denn eines ist klar: Nur mit Teamgeist und dem klaren Ziel, gemeinsam erfolgreich zu sein, kann Deutschland in diesem starken Feld mithalten.