Kimmich dämpft erwartungen: wm-titel? „davon sollten wir nicht reden“
Ein kühler Wind weht über den deutschen Fußball-Himmel. Joshua Kimmich, sonst bekannt für seine unerschütterliche Siegermentalität, hat auf der Pressekonferenz in Herzogenaurach die breite Öffentlichkeit überrascht: Von einem Titelgewinn bei der anstehenden Weltmeisterschaft möchte man, so der Bayern-Star, noch nicht sprechen. Ein Statement, das die Stimmungslage im DFB-Team und bei den Fans merklich abkühlt.

Die realität holt die euphorie ein
Die Euphorie nach den jüngsten Erfolgen in der Nations League war noch allgegenwärtig. Doch Kimmichs Worte sind ein deutliches Signal: Die Vorbereitung auf die WM ist noch lange nicht abgeschlossen, und die Konkurrenz ist stärker denn je. Er betonte, dass die Mannschaft noch viel Arbeit vor sich habe, um ihr volles Potenzial abzurufen. „Wir müssen uns erstmal qualifizieren und dann schauen, wie weit wir kommen“, so Kimmich.
Es ist ein pragmatischer Ansatz, der dem oft überhöhten Optimismus entgegenwirkt, der den deutschen Fußball oft begleitet. Die jüngste Leistungskurve zeigt zwar eine Verbesserung, doch die WM ist ein anderes Kaliber. Gegner wie Brasilien, Argentinien oder Frankreich werden eine ganz andere Hausnummer darstellen. Die Erinnerungen an das desaströses Abschneiden vor vier Jahren in Russland sind noch immer präsent, und Kimmich scheint sich bewusst zu sein, dass eine realistische Einschätzung der Lage der Schlüssel zum Erfolg sein könnte. Die Erwartungen der Fans sind hoch, aber Kimmich stellt klar: Er konzentriert sich auf den Prozess, nicht auf das Ergebnis. Das ist eine gesunde Einstellung, die der Mannschaft helfen könnte, den Druck abzubauen und sich auf ihre Leistung zu konzentrieren.
Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wird Kimmichs nüchterne Einschätzung die Fans demotivieren oder ihnen eine neue, realistischere Perspektive auf die WM-Chancen bieten? Nur die Zeit wird es zeigen, ob der Kurswechsel des Nationalspielers der richtige Weg zum Erfolg ist. Ein Erfolg, der, wie Kimmich betont, noch in weiter Ferne liegt.
