Kimi antonelli war zuerst filmstar – bevor er die f1 eroberte

Ein kleiner Junge rast über die Leinwand, bevor er über die Rennstrecke fliegt. Kimi Antonelli stand mit acht Jahren vor der Kamera – heute steht er vor der Mercedes-F1-Karriere.

„Er hatte diese unglaublice präsenz“

Matteo Rovere drehte 2016 „Veloce come il vento“, ein Film über den italienischen GT-Sport. Die Antonelli-Familie half mit Originalfahrzeugen. Ihr Sohn Kimi hing am Set herum, ein quirliges Kind, das jedes Gaspedal fand. Rovere: „Ich brauchte einen Jungen für eine Nebenrolle – Kimi war sofort klar.“

Kein Zufall. Auf den Rennstrecken der Emilia-Romagna kannte man den Sprössling schon. Er fuhr, was man ihm hinstellte: Karts, Mini-Autos, sogar einen Traktor. „Wie ein argentinisches Kind mit einem Fußball“, sagt Rovere. „Er hat keine Fahrzeuge gelenkt, er hat sie geliebt.“

Die Filmcrew merkte schnell: Der Junge liefert dieselbe Konzentration, wenn die Kamera läuft, wie später auf der Strecke. „Zwischen Takes fragte er, ob er noch einmal schneller fahren dürfe – nicht für die Rolle, sondern für sich.“

Von der kinowelt direkt in die mercedes-junioren

Von der kinowelt direkt in die mercedes-junioren

Nach dem Dreh wechselte Antonelli die Spielorte: statt Filmset F4- Cockpit, statt Regiepult Daten-Engineering. Rovere beobachtet die Entwicklung seit Jahren. „Er schickt mir manchmal Handyvideos aus der Boxengasse. Man sieht, dass er dieselbe Spielfreude behalten hat.“

Beim China-GP fuhr Antonelli als Ersatz für Russell aufs Podest. Mercedes bestätigt intern: 2025 steht der Vertrag bereit. Rovere lacht: „Ich wusste, dass er schnell ist – dass er aber so schnell die Formel 1 erreicht, hätte ich nicht gewagt zu prophezeien.“

Der Regisseur will ihn nicht mit Filmen belasten. „Ich schreibe lieber den Vater an. Kimi muss jetzt keine Sätze lernen, sondern Bremspunkte.“

„Nächstes mal vielleicht seine eigene geschichte“

„Nächstes mal vielleicht seine eigene geschichte“

Rovere plant eine Serie über Valentino Rossi – mit Schauspieler, nicht mit Dokumentarbild. Die Serie soll die gleiche Mischung aus Sport und Menschlichkeit zeigen, die er damals am Set bei Antonelli spürte. „Wenn Kimi irgendwann selbst eine Legende ist, drehe ich den Film über ihn. Titel steht schon: ‚Veloce come il vento – die wahre Geschichte‘.“p>

Die Kamera rollte einmal für einen Jungen, der nur schnell fahren wollte. Die Welt wird bald wieder zuschauen – diesmal ohne Schnitt.