Kiez muss gegen gladbach auf sands und saliakas verzichten
St. Pauli reist mit zwei Pannen im Mittelfeld in die Borussia-Park-Grube. James Sands fällt wegen eines verletzten linken Sprunggelenks, Manolis Saliakas wegen muskulärer Probleme aus – und das genau jetzt, wo der Tabellen-16. endlich wieder Tritt gefunden hatte.
Der US-Boy Sands zog sich beim 0:0 gegen Frankfurt ein Bandtrauma zu, das ihn „auf unbestimmte Zeit“ außer Gefecht setzt, wie der Club am Dienstag lapidar mitteilte. Saliakas dürfte nach einer Woche Pause zurückkehren, doch seine Abwesenheit am Freitag (20.30 Uhr/Sky) ist ein Schlag ins Kontor: Der Grieche ist Fabian Hurzeler’s einziger Rechtsverteidiger mit Bundesliga-Luft.

Die zahlen, die den keller schreien lassen
St. Pauli hat nur noch einen Punkt weniger als Mönchengladbach auf Rang zwölf. Drei Spiele ohne Niederlage haben den Kiez wieder Hoffnung geschoben, doch ohne Sands’ Ballsicherheit und Saliakas’ Vorstöße droht die alte Unsicherheit zurückzukehren. Die Bilanz spricht Bände: In den 540 Minuten mit Sands auf der Sechs kassierte der Aufsteiger 0,7 Tore pro Spiel – ohne ihn 1,4. Ein halbes Tor Unterschied, der über Klassenerhalt oder Abstieg entscheiden kann.
Hinter verschlossenen Türen probt Hurzeler nun Umstellungen. Jackson Irvine rückt wohl ins defensive Zentrum, für die Außenbahn kommt eine Dreierkette inklusive Ersatzmann Daschner infrage. Die Botschaft an die Mannschaft: Wer jetzt zittert, verliert den direkten Vergleich im Abstiegskampf. Die letzte St. Pauli-Sieglos-Serie in Gladbach liegt 14 Jahre zurück – ein Psychofakt, den der Trainer gerne als Brandbeschleuniger missbraucht.
Der Club bietet Fan-Busse trotz Ferientermin an, weil er die Stimme der Nordkurve braucht. 4.000 Tickets sind bereits weg, das Prinzenparkstadion wird schwarz-weiß glühen. Die Spieler wissen: Wer beim Kellerkind Gladbach punkten will, muss zuerst die eigenen Wunden vergessen. Die Saison ist keine Metapher mehr, sie ist ein offenes Messer – und am Freitag entscheidet sich, wer sich daran schneidet.
