Kiel und hannover fix, flensburg zittert: so spannend ist der european-league-sprint

Die Gruppenphase der Handball European League droht zu explodieren. Noch zwei Wettbewerbs­tage, und schon stehen THW Kiel und TSV Hannover-Burgdorf im Viertelfinale – doch dahinter rattern die Motoren auf Höchsttouren. Wer darf gegen wen in die Play-offs? Wer fliegt raus? Die Antworten liegen in Dänemark, Spanien – und im Torverhältnis.

Kiel entspannt, flensburg vor verrücktem rückspiel

Gruppe I ist gelaufen. Der Rekordmeister feierte sein Ticket gegen Montpellier – 40:35 daheim, 35:32 weg, Direktvergleich gehört den Zebras. Das Nordderby am Mittwoch gegen SG Flensburg-Handewitt ist deshalb ein Freundschaftsspiel mit Anpfiff. Trotzdem: Die Füchse wollen Platz zwei, damit sie im Play-off-Rückspiel in der heimischen Nordsee-Arena auflaufen. Denn wer Gruppenzweiter wird, darf daheim in die K.o.-Runde starten. Flensburgs Trainer Niclas Ekberg schwört sein Team darauf ein: „Wir wollen diesen Heimvorteil, Punkt.“

Hinten raus wartet Bidasoa Irun – punktlos, chancenlos, nur noch die Frage, wie hoch der Abstieg in die EHF Cup Quali wird.

Porto verspielte heimvorteil – skanderborg lacht

Porto verspielte heimvorteil – skanderborg lacht

Gruppe II könnte man auch Chaos pur nennen. Drei Klubs – FC Porto, Skanderborg-Aarhus, Elverum – trennen null Punkte. Nur Granollers ist raus. Porto verlor daheim gegen die Dänen mit 28:33 und reist nun mit schlechter Tordifferenz nach Jütland. Skanderborg gewann das Hinspiel 32:25, verlor danach 24:31 – jetzt braucht das Team eine neue Vorstellung, sonst schlägt Elverum zu. Die Norweger liegen im Dreikampf zwei Tore zurück, haben aber eine Waffe: Sie spielen gegen Granollers, das nichts mehr zu verlieren hat. Wer hier den Gruppensieg holt, spart sich Play-offs und landet direkt im Viertelfinale.

Melsungen braucht den sieg gegen vardar – sonst droht kristianstad

MT Melsungen steckt in einem Dreierpulk mit HC Vardar 1961 und Benfica Lissabon. Die Hessen gewannen beide Spiele gegen Benfica, doch gegen die Kroaten verloren sie 35:40. Jetzt reicht ein Sieg gegen Skopje, um Platz eins zu sichern – doch die Nordmazedonier gewannen das Hinspiel 37:33. „Wir müssen 60 Minuten Vollgas geben, sonst schauen wir in der Rückrunde in Kristianstad“, fordert Melsungens Linksaußen Michael Müller. Dahinter streiten sich Benfica und Kristianstad um Platz drei. Die Portugiesen führen den Direktvergleich 38:34 – ein Remis reicht ihnen für die Play-offs.

Hannover ist durch – nexe muss zittern

Gruppe IV ist die TSV Hannover-Burgdorf-Show. Dreizehn Punkte, Torverhältnis +26 – keiner kann sie mehr vom Gruppensieg verdrängen. Dahin geht’s zur Schlagerei: Kadetten Schaffhausen, RK Nexe und Fredericia HK haben je vier Punkte. Die Kadetten gewannen in Dänemark 32:30, liegen im Direktvergleich mit Nexe 61:61 gleich. Endet ein Spiel am letzten Tag unentschieden, wird die Tordifferenz gegen die Recken gestrichen – und Schaffhausen wäre Zweiter. Fredericia muss gewinnen, sonst fliegt der Klub raus. Trainer Petar Djordjic bissig: „Wir haben nichts zu verschenken, wir kommen nach Nasice, um zu gewinnen.“

Die Play-offs stehen fest: 31. März und 7. April. Dann trifft Gruppen-Zweiter auf Gruppen-Dritter – und nur die Sieger dürfen gegen Kiel oder Hannover ran. Die Viertelfinals folgen am 28. April und 5. Mai. Bis dahin bleibt eins gewiss: Wer jetzt zögert, fliegt raus.