Kiel holt 0:2 auf – und verliert trotzdem bitter gegen nürnberg
Manchmal reicht eine Aufholjagd nicht. Holstein Kiel kämpfte sich am 26. Spieltag der 2. Bundesliga von einem 0:2-Rückstand zurück ins Spiel, glich noch vor der Pause aus – und kassierte in der 72. Minute trotzdem das 2:3 durch Mohamed Ali Zoma. Ein Abend, der alles über die Lage der Kieler sagt: Herz ist da. Punkte nicht.
Justvan macht den unterschied – mit einem tor wie aus einem anderen film
Die ersten elf Minuten gehörten noch den Gastgebern. Adrian Kapralik spekulierte richtig nach einem Abpraller, schloss aber zu unplatziert ab und traf nur Keeper Jan Reichert. Fast im Gegenzug folgte der erste Nürnberger Stich: Zoma über rechts, präzise Hereingabe, Julian Justvan vollstreckte. 0:1, Minute 14.
Acht Minuten später legte Justvan nach – und das war kein gewöhnlicher Treffer. Rafael Lubach schickte ihn in die Tiefe, Justvan nahm den Ball direkt und schlenzte ihn aus spitzem Winkel ins lange Eck. Der Vergleich mit Marco van Basten drängte sich auf. Für die Kieler Fans war das ein Schlag in die Magengrube, und die Stille im Stadion sprach Bände.

Das comeback aus dem nichts – und die längste nachspielzeit der hinrunde
Dann aber: Kapralik in der 29. Minute. Diesmal kein Zögern, diesmal die Kopfball-Ablage von Alexander Bernhardsson sauber über die Linie gespitzelt. Das Stadion erwachte. Was folgte, war eine der turbulentesten Schlusssequenzen der Saison – 13 Minuten Nachspielzeit, weil beide Keeper bei Zweikämpfen mit gegnerischen Stürmern behandelt werden mussten.
Die Kieler nutzten jede Sekunde davon. Bernhardsson flankte in der 45.+8, Kasper Davidsen köpfte ins lange Eck. Abseits? Der VAR prüfte gefühlt eine Ewigkeit. Kein Abseits. 2:2. Nach 58 gespielten Minuten ging es in die Kabine – mit einem Ergebnis, das niemand mehr für möglich gehalten hatte.
