Kiel bangt nach unentschieden: videobeweis-entscheidung sorgt für aufregung!
THW Kiel entging am Sonntag nur knapp einer Niederlage gegen den ThSV Eisenach – ein 30:30-Unentschieden, das jedoch von einer umstrittenen Entscheidung im Videobeweis überschattet wurde. Die Nerven lagen blank in der Handball-Bundesliga, als der Rekordmeister in letzter Minute einen Punkt rettete, doch die Freude währte nicht lange.
Kontroverse szene in der schlussphase
Die Partie war von Anfang an ein Kampf auf Augenhöhe, wobei Eisenach lange die Führung hielt. Kiel drohte, beim Stand von 27:29 die Punkte vor heimischem Publikum zu verlieren. Doch dann kam es zu der Szene, die für hitzige Diskussionen sorgte: Elias Ellefsen a Skipagötu spielte einen Ball auf Rune Dahmke, der scheinbar zum Ausgleich traf. Die Schiedsrichter entschieden sich, die Situation per Videobeweis zu überprüfen – und hier begann der Ärger.
Peter Walz hatte Eric Johansson behindert und Domagoj Duvnjak reklamierte lautstark. Die Regularien des Videobeweises, die nur in bestimmten Fällen angewendet werden dürfen, wurden bemüht. Doch statt nur auf mögliche Strafen zu prüfen, werteten die Schiedsrichter auch die Schrittzahl von Ellefsen a Skipagötu. Dieser fand, zu seinem Entsetzen, dass er vier statt der erlaubten drei Schritte gemacht hatte.
Die Konsequenz: Nicht nur der Treffer wurde annulliert, sondern Kiel verlor auch noch den Ballbesitz. Statt des möglichen 28:29 stand es plötzlich 27:30. Erst in doppelter Überzahl konnte Kiel durch zwei Siebenmeter von Lukas Zerbe noch den Ausgleich erzielen.

Zerbe außer sich: „wo kommen wir denn da hin?“
Lukas Zerbe ließ seiner Frustration freien Lauf: „Wenn du die Zeitstrafe anschaust und dann die Schritte auch noch abpfeifst, wo kommen wir denn da hin? Die Situation heute kann ich nicht nachvollziehen. Es ist ein großes Fragezeichen, was diese Entscheidung.“
Pascal Hens, Experte bei Dyn, räumte ein, dass die Möglichkeit, sämtliche Aspekte einer Szene zu überprüfen, überraschend war: „Ich wusste nicht, dass das geht. Es ist klar, dass die Kieler sich daran jetzt auch ein bisschen aufhängen.“
Die Entscheidung des Videobeweises wirft ein schlechtes Licht auf die Kontinuität der Regeln in der Handball-Bundesliga. Während die Einführung des Videobeweises eigentlich dazu dienen sollte, Fehlentscheidungen zu minimieren, scheint er in diesem Fall zu weiteren Verwirrungen geführt zu haben. Der THW Kiel muss sich nun fragen, wie die Schiedsrichter zu dieser Interpretation kommen konnten, und sich auf die kommenden Spiele konzentrieren, in denen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden dürfen. Die Frage bleibt, ob diese Episode die Diskussion über die Anwendung des Videobeweises neu entfachen wird.
