Kiat lim packt's und fliegt: valencia plant transfer-krach, stadion fix für 2027
Kiat Lim war kaum auf europäischem Boden, da ratterte schon der nächste Termin. Der Eigentümer von Valencia CF landete am Dienstag, schüttelte zwei Tage lang Hände, unterschrieb dabei still und heimlich die Vertragsverlängerung von Trainer Carlos Corberán – und ist längst wieder in Richtung Singapur abgehoben. Ein Kurz-Trip, der den Klub in zwei Jahren neu erfinden könnte.

Corberán bleibt, gourlay plant – und lim zahlt
Immerhin 120 Minuten dauerte das interne Gipfeltreffen im Büro von CEO Steve Gourlay. Thema Nummer eins: die Kaderplanung 2025. Keine Sommermärchen, sondern harte Zahlen. Wer muss weg? Wer kommt für unter 20 Millionen? Und wer verkauft sich gut in der Premier League? Lim hörte zu, stimmte zu – und unterschrieb den neuen Corberán-Vertrag quasi als Druckakt. Der Coach bekommt mehr Spielraum, dafür weniger öffentliche Rückendeckung bei Fehlstarts. Ein Deal mit Folgen.
Zwischen den Meetings raste die schwarze Limousine Richtung Stadtrand. Dort, zwischen Baustellenkränen und Betonmischern, liegt das Nou Mestalla. Christian Schneider, Operations-Direktor des Klubs, führte persönlich über rostige Treppen und durch Hallen, die 2027 endlich leben sollen. Der Zeitplan: straff, aber realistisch. Die FIFA schaut bereits hin, denn A Coruña hat seine Bewerbung für die WM 2030 zurückgezogen. Valencia rückt nach – wenn das Stadion pünktlich kommt. Ein Milliardenprojekt, das plötzlich politische Brisanz erhält.
Doch es gibt einen Haken. Die Baukosten sind seit 2022 um 34 Prozent nach oben geklettert. Die Region zahlt nicht mehr mit, der Klub muss. Lim unterschrieb intern eine Art Blankovollmacht: bis 300 Millionen Euro Eigenkapital sind freigegeben. „Wir bauen nicht nur ein Stadion, wir bauen ein Statement“, sagte er laut Teilnehmern. Ein Statement, das sich über Jahre in der Bilanz niederschlagen wird.
Zurück im Büro ging es um Spieler. Hugo Duro bleibt, Javi Guerra soll nur bei einer „irren Offerte“ weg. Dafür sollen zwei Linksverteidiger kommen, einer davon muss sofort starten, der andere darf leihweise wachsen. Namen? Noch keine. Aber der Datenabgleich läuft. Scouts in Frankreich und Brasilien liefern Kurzclips, Analytics liefert Sprintwerte. Lim will Ergebnisse sehen, nicht Powerpoints.
Am Mittwochabend stand er wieder auf dem Rollfeld. Kein Foto, keine Presse, nur ein schneller Handshake mit Gourlay: „Wir sehen uns im Juli – entweder jubeln wir oder wir feilen.“ Dann stieg er in die Maschine. Valencia blieb zurück mit einem neuen Trainervertrag, einem Budgetloch von 85 Millionen und einem Stadion, das 2027 unbedingt fertig sein muss. Der Countdown läuft. Wer zuerst liefert, bestimmt die Zukunft des Klubs. Lim hat die Uhr schon mal auf Singapur-Zeit gestellt.
