Khedira wechselt zu tunesien und schickt vier bundesliga-kollegen zur wm

Rani Khedira hat sich entschieden – und die Entscheidung ist ein Knaller. Der Mittelfeldanker von Union Berlin spielt künftig für Tunesien und führt ein Quartett aus der Bundesliga ins WM-Abenteuer USA/Mexiko/Kanada.

Der 32-Jährige nominierte sich damit selbst zur Leitfigur eines Aufgebots, das zwischen Ellyes Skhiri (Eintracht Frankfurt), Ismael Gharbi (FC Augsburg) und Elias Saad (FC Augsburg, ausgeliehen an Hannover 96) drei weitere Liga-Kontrahenten mit ins Lager der „Adler von Karthago“ nimmt.

Ein bruder, zwei nationalteams – und ein nein, das jetzt doch zu ja wurde

Khedira war erst im März erstmals für Tunesien vorgesehen. Zuvor hatte er einen Verbandswechsel mehrfach abgelehnt – 13 Einsätze für deutsche Juniorenauswahlen prangten im Pass, Hansi Flick listete ihn 2022 sogar in den Perspektivkader der A-Nationalmannschaft. Ein Pflichtspiel für Deutschland blieb aus. Nun also der Sinneswandel: Debüt gegen Haiti, zweiter Kurzeinsatz gegen Kanada, fertig ist die WM-Qualifikation.

Die Personalie befeuert die Debatte um Nachwuchsidentität und Spieler-Futures. Denn während der ältere Bruder Sami Khedira 2014 in Rio noch die WM-Trophäe mit Deutschland hochstemmte, reist Rani zwölf Jahre später in dieselbe Richtung – nur mit anderem Logo auf der Brust.

Deutscher co-trainer und eine gruppe mit schweden, niederlande und japan

Deutscher co-trainer und eine gruppe mit schweden, niederlande und japan

Im tunesischen Trainerteam sitzt mit Michael Hefele zudem ein deutscher Co-Trainer. Gemeinsam mit ihm muss Khedira in Gruppe F gegen Schweden, die Niederlande und Japan bestehen. Das Programm: Amsterdam, Mexiko-Stadt, Toronto – drei Klima-Zonen, drei Zeitverschiebungen, ein Ziel: Achtelfinale.

Die Bilanz gegen europäische Top-Teams spricht für sich: Tunesien schied in den letzten beiden WM-Gruppen jeweils mit nur einem Punkt aus. Die Verantwortung, diese Serie zu stoppen, tragen nun auch vier Bundesliga-Profis, die ihre Liga-Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen müssen. Die Vorbereung startet am 28. Mai in Tunis, das erste Pflichtspiel wartet am 14. Juni in Chicago.

Die Botschaft ist klar: Tunesien setzt auf deutsche Liga-Power – und Rani Khedira liefert sich beim großen Bruder ein Rennen, wer das nächste Kapitel der Familiengeschichte schreibt.