Kepa kostet arsenal den pokal: o'reilly schlägt doppelt zu
90.000 Zuschauer im Wembley-Stadion erlebten einen League-Cup-Finalen, der sich erst in Minute 60 entzündete. Dort zerplatzte Arsenals Traum vom Quadrupel mit einem Patzer, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Torwart Kepa Arrizabalaga ließ eine harmlose Cherki-Flanke durch die Finger rutschen – Nico O'Reilly köpfte ein, 0:1. Vier Minuten später dieselbe Szene, dieselbe Kopfballvariante, 0:2. Manchester City gewinnt das Finale 2:0, Arsenal geht leer aus.
Guardiolas plan b funktioniert
Die Citizens hatten das Champions-League-Aus gegen Real Madrid noch in den Knochen, in der Premier League lag neun Punkte Rückstand auf den Gegner von heute. Der Ligapokal war das letzte offene Ventil für eine Saison, die bisher enttäuscht. Pep Guardiła stellte um: O'Reilly, eigentlich Linksverteidiger, rückte ins Mittelfeld, Matheus Nunes durfte auf der Außenbahn für Tiefe sorgen. Das Duo verschob das Gewicht, Arsenal wirkte stets einen Schritt langsamer.
Arsenals deutsche Hoffnung Kai Havertz vergab die erste Großchance bereits nach fünf Minuten, scheiterte aber an City-Keeper James Trafford. Danach nahm Gyökeres nur 13 Ballkontakte vor der Pause vor, Haaland noch weniger. Die Defensivreihen standen tief, beide Teams scheuten Risiko – bis Kepa den Ball nicht festhielt. Die Londoner schwankten sichtlich, Calafiori traf nur den Pfosten, mehr gelang nicht.

O'reilly erklärt seine momente
„Ich habe nur meine Chance genutzt, zweimal Kopfball, zweimal Tor“, sagte O'Reilly vor der Sky-Kamera. Die Zahlen dahinter: 20 Jahre alt, erst viertes Pflichtspiel für die Profimannschaft, schon zwei Finalsiegtreffer. Sein Vater und seine Brüder saßen hinter der Ersatzbank, die Jubelpose danach wird auf Fanwalls hängen. „Wir haben jetzt Schwung, das müssen wir in der Liga mitnehmen“, forderte der Matchwinner.
Die Statistik spricht für City: seit 2018 fünfter League-Cup-Titel, erster seit 2021. Arsenal wartet seit 1993 auf den Pokal und verpasst damit auch die Chance, als erster englischer Klub vier Wettbewerbe in einer Saison zu gewinnen. Der Druck wächst: Champions-League-Viertelfinale gegen Paris, FA-Cup-Halbfinale gegen Newcastle, Premier League mit nur noch einem Spiel Vorsprung vor City. Drei Fronten, null Toleranz.
Am Ende blieb ein Stadion voller Kontraste: City-Fans feierten Trainer Guardiola, der sich mit seinem 14. Titel im Verein wieder in die Erfolgsspur katapultiert. Arsenal-Anhänger verfolgten, wie Mikel Arteta die Enttäuschung runterschluckte. Die Saison ist lange nicht vorbei, aber die erste große Niederlage sitzt tief. O'Reillys Doppelpack wird Arsenal noch länger verfolgen – und Kepas Patzer ist längst im kollektiven Gedächtnis der Gunners angekommen.
