Kelsey plum und paige bueckers fliegen nach berlin – die wm-tickets sind schon verteilt
Die Weltmeistertitel der Frauen sind seit Jahren eine Frage der Zeit, nicht des Zufalls. Während in Wuhan, San Juan, Istanbul und Lyon noch um Restplätze gekämpft wird, haben USA, Australien, Belgien und Nigeria längst ihre Koffer für Berlin gepackt. Die vier Kontinental-Sieger sitzen seit Sommer auf ihrem gesicherten Stammplatz – und das, ohne auch nur einen Schweißtropfen in der Quali vergossen zu haben.
Deutschland spielt nur noch den statisten
Das DBB-Team tritt in Gruppe D trotzdem an, dank der Heim-Revue will man „Testlauf unter Wettkampfbedingungen“ nennen. Die Halle in Lyon wird also zur Showbühne, auf der Luisa Geiselsöder und ihre Nebenleute lediglich zwei echte Konkurrentinnen aus dem Weg räumen müssen, um sich vor eigenem Publikum nicht blamieren. Die restlichen Tickets gehen an die Drittplatzierten – ein Procedere, das die FIFA bei ihrem 24-Stunden-Turnier neidisch machen würde.
Was sich nach Charity-Partie anhört, wirbelt die Tabelle dennoch durcheinander. Denn wer in den Vierer-Gruppen nicht unter die Top-3 rutscht, darf 2026 nur zuschauen – und das, obwohl noch vier weitere Quali-Turniere folgen. Die Mathematik ist gnadenlos: 18 Länder, 15 Plätze, und kein Stein wird auf dem anderen bleiben, wenn am 18. März der letzte Buzzer ertönt.

Die auslosung wird zur geisterstunde
Am 17. April rollt Berlin den roten Teppich aus, doch vorher müssen die Köpfe der Trainer rauchen. Denn die Setzliste orientiert sich nicht an der aktuellen Form, sondern an der letzten WM-Endabrechnung. Die Folge: Olympia-Gold USA könnte in der Gruppenphase schon auf die körperbetonte Französinnen-Truppe treffen – ein Vorspiel, das eigentlich erst im Halbfinale würdig wäre.
Die Veranstalter wittern das Spektakel. Ticket-Vorverkauf startet zwei Tage nach der Lostrommel, und die Preiskurve erinnert an einen Bitcoin-Chart: wer zögert, zahlt doppelt. Der Austragungsort steht fest, die Max-Schmeling-Halle wird zur 12.000-Personen-Ampel, in der jede Viertelstunde grün ist für neue Höhepunkte.
Die Botschaft ist klar: Berlin bekommt ein Turnier, das längst begonnen hat – in den Köpfen, in den Statistiken, in den Nervenkostülen der Spielerinnen. Für Kelsey Plum und Co. ist es ein Pflichttermin im Kalender. Für die Fans wird es ein Sommermärchen, das kein deutscher Sieg nötig hat, um in Erinnerung zu bleiben.
