Kellerduell der nerven: st. pauli ii kämpft gegen den abstieg bei altona 93
Hamburger Fußball-Drama pur: Der FC St. Pauli II, fest im Abstiegskampf der Regionalliga Nord verankert, trifft am Samstag auf den Lokalrivalen Altona 93. Ein „Bruderduell“ im doppelten Sinne, denn die beiden Mannschaften stehen gemeinsam vor dem Damoklesschwert des Abstiegs – und die Freundschaft zwischen den Fanlagern muss für 90 Minuten ruhen.

Die lage ist ernst: nur noch eine chance auf rettung
Die Situation für Karsten Neitzel und seine U 23 ist desolat. Nach einer verkorksten englischen Woche – 1:4, 0:3, 0:1 sprechen eine deutliche Sprache – scheint die Rettung ein Wunder zu werden. Während der HSC Hannover bereits wichtige Punkte holte, kämpfen Altona 93, St. Pauli II und Norderstedt (die am Sonntag gegen Blau-Weiß Lohne antreten) um das Überleben. Die Frage ist: Warum sollte gerade der Nachwuchs die Katastrophe abwenden?
Ein Teufelskreis aus fehlender Konstanz Trotz des Engagements der Spieler und vereinzelter Lichtblicke, wie die Siege gegen Hannover und in Emden, fehlt es der Mannschaft an Kontinuität. Neitzel klagt über mangelnde Ruhe im Ballbesitz und fordert mehr Disziplin. Die Tatsache, dass bereits 40 Spieler in dieser Saison zum Einsatz kamen, darunter neun A-Jugendspieler, deutet auf eine fehlende taktische Konstanz und eine instabile Mischung hin. Die Abwehr ist mit 33 Treffern die zweitschwächste der Liga, und die fehlenden Treffer von Schlüsselspielern wie Johann von Knebel und Julian Ulbricht aus der Vorsaison machen die Aufgabe nicht einfacher.
Die personelle Situation wurde zu Beginn der Saison massiv unterschätzt. Gestandene Kräfte für die U 23 zu verpflichten, ist angesichts der geringen Chance, überhaupt in den Kader der Profis zu kommen, schlichtweg unmöglich. Ironischerweise könnte ein Abstieg der Bundesligamannschaft dem Neuaufbau der U 23 sogar zugutekommen – ein Szenario, das niemand im Verein wünscht.
Ein Hoffnungsschimmer am Horizont: Norderstedt und Trulsen Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Lokalrivale Eintracht Norderstedt, an deren Seiten Jörn Großkopf sitzt – der bereits 2010 den damaligen Abstiegskampf überstand und das Team direkt wieder in die Regionalliga führte – ist weiterhin in Schlagdistanz. Ein Sieg am Samstag gegen Altona 93, trainiert von St. Paulis Rekordspieler Andre Trulsen, wäre der erste Schritt. Der Traditionsverein Altona 93 weiß, was auf dem Spiel steht.
„Alles egal!“, betonte Neitzel unmissverständlich. „Um in der Liga zu bleiben, brauchen wir jetzt Punkte.“ Die Aufgabe ist klar, die Herausforderung gewaltig. Doch in der Welt des Fußballs ist alles möglich – auch ein Wunder im Hamburger Keller.
