Kean rennt gegen die uhr: fiorentinas torjäger bangt um cremona
Moise Kean hat sich schon wieder die Schienbeinschienen geschnallt – diesmal nicht zum Schutz, sondern zum Zweikampf gegen die Zeit. Die Fiorentina bangt vor dem Duell in Cremona darum, ob ihr 22-Millionen-Mann endlich wieder treffen kann. Ohne seine Tore droht der Kampf gegen den Abstieg zur Lotterie.
Parma war kein filmriss – nur eine vorführung ohne hauptdarsteller
Am Sonntag saß er in der Tribüne, die Kappe tief ins Gesicht gezogen. Kean hatte bis zum Warmmachen auf dem Rasen von Ennio Tardini gehofft, das Schienbein würde nachgeben. Stattdessen schmerzte jeder Sprint, jedes Pressing. Vincenzo Italiano zog die Reißleine – ein Schock für die Fans, keine Option für die Tabelle. Denn in den letzten beiden Spielen schoss Fiorentina kein einziges Tor, mit und ohne Kean.
Die Statistik ist gnadenlos: Seit seinem Wechsel von Juventus feuerte der Angreifer acht von zwölf Ligatreffern der «Viola» – ein Anteil von 66 %. Ohne ihn verflüchtigt sich die Angriffsordnung in schlechtes Kopfball-Roulette. Italiano probierte Nzola, Sottil, sogar Beltran als falsche Neun. Resultat: drei Big-Chances, null Buden.

Conference league? vergessen. cremona wird zur endstation
Donnerstag in Lech Poznan wird Kean definitiv fehlen – UEFA-Regel, Medizin-No-Go. Die eigentliche Deadline rückt dafür auf Montag, 20.45 Uhr, Stadio Giovanni Zini. Im Trainingszentrum Viola Park pendelt der 24-Jährige zwischen Kryotherapie und individuellem Sprintkreis. Coach Italiano spricht von «Tagesbaustelle», meint aber: Ein halberfitter Kean ist besser als jeder auf dem Papier gesunde Ersatz.
Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Fiorentina in Cremona, springt sie auf den rettenden 13. Platz. Verliert sie, rutscht sie auf 17 – Relegationsrang. Die Serie A liefert keine Gnade mehr. Und Kean? Er weiß, dass seine Wade nicht nur Knochen, sondern auch die Kasse der Toskanaer trägt. Die CL-Teilnahme ist längens geplatzt, die EL-Träume auch. Jetzt zählt nur noch Liga, Liga, Liga.
Die letzte Stunde vor Spieltagsanpfiff wird zum Poker. Italiano will ihn nur aufs Feld schicken, wenn er 30 Minuten Vollgas garantieren kann. Kean will starten, egal ob 90 oder 9 – Hauptsache er trifft. Die Schiene blitzt unter der Hose, die Schuhe sind geschnürt. In Florenz hofft man, dass sich der Schmerz in Jubel verwandelt – und nicht in die nächste Niederlage.
