Kap verde überrascht: rohr sieht afrikanische wm-sensationen!
Die Fußballwelt staunt – und Gernot Rohr, der erfahrene Trainer Benins, teilt diese Überraschung. Kap Verde, eine Mannschaft, die so viele in Europa noch kaum auf der Radar hat, hat Spanien und Uruguay in der WM-Qualifikation das Handwerk gelegt. Der Afrika-Experte sieht darin ein deutliches Zeichen: Afrika ist bereit für eine noch größere Rolle im Weltfußball.
Die unterschätzte stärke des afrikanischen fußballs
„Man behandelt Afrikaner immer noch oft wie Entwicklungsländer im Fußball“, kritisiert Rohr im Deutschlandfunk. „Das hat sich aber inzwischen geändert.“ Die strukturellen Verbesserungen, insbesondere in der Jugendarbeit Nordafrikas, zusammen mit der zunehmenden Bereitschaft gestandener Profis, für ihre afrikanischen Wurzeln zu spielen, haben das Niveau massiv angehoben. Der Trend ist klar: Immer mehr Talente, die in Europa ausgebildet wurden, entscheiden sich für ihre Herkunftsländer. Der 72-Jährige spricht von einer „Bewegung“, die Afrika nun in die Lage versetzt, die besten Spieler für sich zu gewinnen – unabhängig davon, wo sie aufgewachsen sind.
Besonders beeindruckt zeigt sich der ehemalige Bundesliga-Trainer von Kap Verde. Das Team von Pedro Brito hat in den letzten Spielen eine beeindruckende Entwicklung gezeigt, sowohl defensiv als auch offensiv. Ein 0:0 gegen Spanien und ein 2:2 gegen Uruguay sind Ergebnisse, die in Europa oft mit Ungläubigkeit aufgenommen werden, wie Rohr betont. „Das liegt an mangelndem Interesse und fehlender Wertschätzung in Europa“, so der Experte.

Marokko als vorreiter und senegals chance
Rohr rechnet bei dieser WM mit einem historischen Abschneiden des afrikanischen Kontinents. Neben dem Viertelfinalisten von 2022, Marokko, das er sogar als „noch stärker als vor vier Jahren“ einschätzt, sieht er auch Senegal, die Elfenbeinküste und natürlich Kap Verde als Überraschungsteams. Tunesiens vorzeitiger Ausscheiden schmälert daran nichts. Die Konkurrenz ist groß, aber die Zeichen stehen gut für mindestens ein afrikanisches Team, das es wieder ins Halbfinale schafft. Die WM in Nordamerika könnte der Durchbruch sein, den der afrikanische Fußball seit Jahren herbeisehnt.
Die Faszination des Sports liegt oft in solchen unerwarteten Wendungen und der Fähigkeit, vermeintliche Vorurteile zu widerlegen. Es bleibt abzuwarten, ob sich Rohrs Prognose bewahrheitet, aber eines ist klar: Afrika ist auf dem Vormarsch und sollte von europäischen Teams keinesfalls unterschätzt werden. Die Welt wird zuschauen, wie diese Nationen ihre Stärke unter Beweis stellen und vielleicht sogar den ganz großen Traum vom WM-Finale verwirklichen.
