Kap verde schreibt wm-geschichte – jetzt wartet messi

Eine Handvoll Inseln im Atlantik, 500.000 Seelen – und plötzlich im Sechzehntelfinale einer WM. Kap Verde hat frühmorgens mit einem wortwörtlichen Nichts, einem 0:0 gegen Saudi-Arabien, das Unmögliche möglich gemacht. Die Blauen Haie schlüpfen ins K.o.-Gewand und dürfen am Samstag Lionel Messi ärgern. Spanien schickte Uruguay mit einem späten Treffer nach Hause, und schon tobte Praia, Mindelo und Santa Maria bis in die Morgenstunden.

Das spiel, in dem spanien das tor erzielte

In Houston herrschte zunächst Bahnhof-Stimmung: beide Teams wussten, dass jede Sekunde in Guadalajara wichtiger war als ihr eigenes Gefühl. Saudi-Arabiens Hassan Al-Tambakti und Kap Verdes Willy Semedo lieferten sich ein Luftduell wie aus dem Lehrbuch, doch die eigentliche Szene lief parallel. Als die Anzeigetafel Spanien 1:0 gegen Uruguay meldete, brach im Block der Kapverder ein Jubel aus, als hätte jemand direkt nach dem Abpfiff das Meer verschenkt.

Trainer Bubista hatte seine Elf auf 4-1-4-1 umgestellt, ließ Kevin Pina als Abräumer vor der Abwehr stehen und schickte Jamiro Monteiro als falsche Neun. Die Idee: kein Risiko, aber Druck. Saudi-Arabien agierte mit hoher Linie, doch die erste echte Chance hatte Kap Verde: Monteiro scheiterte freistehend an Mohammed Al-Owais (49.), Sekunden später zischte Pinas Volley knapp am Winkel vorbei. Die Grünen Falken wirkten plötzlich leer, als hätten sie die Nachricht aus Guadalajara mitbekommen.

Vozinha und der tag, an dem mama zusah

Vozinha und der tag, an dem mama zusah

Instagram-Star Vozinha stand zwischen den Pfosten, trug sein blaues Bandana und wirkte wie ein Actionfilm-Held, der versehentlich im richtigen Stadion landete. In der 67. Minute parierte er einen Heber von Abu Al-Shamat mit einer Hand, als wolle er sagen: „Heute nicht, Jungs.“ Daneben stand seine Mutter im Block, Handy hoch, Tränen in den Augen – eine Szene, die die Bilderagenturen innerhalb von Minuten um die Welt jagte.

Laros Duarte hätte in der 78. Minute das 1:0 machen können, lief allein auf Al-Owais zu, verzog aber. Trainer Bubista schlug sich die Hand vor die Stirn, doch selbst diese verpasste Großchance wurde zur Fußnote. Das 0:0 reichte – zum ersten Mal in der WM-Historie schafft ein Debütant den Sprung in die K.o.-Runde ohne Sieg, aber mit drei Remis und einer Handvoll Träume.

Nächster halt: messi

Nächster halt: messi

Am Samstag, 0 Uhr deutscher Zeit, steht Kap Verde im NRG Stadium von Houston gegen Argentinien. Die Albiceleste wird mit Lionel Scaloni, Messi, Julián Álvarez und Lautaro Martínez antreten, doch die Inselkicker wissen: Wir haben nichts zu verlieren. „Der Moment, in dem Spanien traf, war wie ein Tor für uns“, sagte Kapitän Stopira direkt nach dem Abpfiff. „Jetzt wollen wir Messi zeigen, dass auch kleine Inseln große Herzen haben.“

Die Zahlen sprechen für sich: drei Spiele, null Gegentore in der zweiten Halbzeit, drei Punkte – und ein Sechzehntelfinale gegen den Weltmeister. Für Kap Verde ist das nicht mehr bloß Fußball, es ist Staatsräson. In der Heimat feiert man auf den Straßen von Praia, während in Madrid ein paar spanische FansAs lachend erzählen, wie ihr 1:0 Half-Time-Update Geschichte schrieb. Die WM 2026 hat ihren ersten großen Underdog – und er kommt aus dem Atlantik.