Kanter rast in paris-nizza: cottbuser fliegt zum ersten worldtour-sieg

Max Kanter hat es gesagt – und getan. Der 28-jährige Cottbuser jagte sich am Montag auf der zweiten Etappe von Paris-Nizza in die Geschichtsbücher, als er nach 187 Kilometern von Épône nach Montargis seinen ersten WorldTour-Erfolg einfuhr. Mit 52 km/h donnerte er durch den Zielbogen, schlug Laurence Pithie und Jasper Stuyven um ein Radlänge und riss sich ungläubig an den Helm. Ein Moment, der in Cottbus Feuerwerkskörper auslöste.

Die Favoriten hatten keine Antwort. Luke Lamperti und Vito Braet verteidigten zwar ihr Gleichstand-Duo an der Spitze der Gesamtwertung, doch die Geschichte des Tages trug nur einen Namen: Kanter. Die 23,5 Kilometer lügen nicht – das Wattvermögen des Astana-Piloten explodierte in den letzten 300 Metern.

Sturz wirft deutsche sprinter-armada aus dem rennen

Was hinter dem strahlenden Sieger lag, liest sich wie ein Krimi. 32 Kilometer vor dem Ziel rissen zwei Streifen Fahrbahnmarkierung die deutsche Hoffnung Phil Bauhaus mit sich – Sturz, Schürfwunden, 137. Platz. Pascal Ackermann rettete als bester Deutscher immerhin Rang 14, doch die Verletztenliste war länger als die Siegerliste kurz.

Lennard Kämna und Nils Politt? Nicht im Bild. Die beiden Allrounder hatten längst die Gruppe der schnellen Manöver verlassen und konzentrieren sich auf die bevorstehenden Bergetappen. Die Rechnung: lieber Energie sparen, als im Massenprint das Gesicht zu verlieren.

Morgen tickt die uhr der wahrheit: mannschaftszeitfahren droht

Morgen tickt die uhr der wahrheit: mannschaftszeitfahren droht

Dienstag, 23,5 Kilometer, flache Straße, aber kein Spaziergang. Das Mannschaftszeitfahren von Cosne-Cours-sur-Loire nach Pouilly-sur-Loire wird die erste Generalprobe für Jonas Vingegaard, der endlich seine Saison eröffnet. Der zweimalige Tour-Sieger muss beweisen, dass seine Winterkilometer nicht nur auf Mallorca gut aussahen. Oscar Onley, der britische Tour-Vierte, wird ihm dabei als Gradmesser dienen.

Paris-Nizza gilt als Frühwarnsystem für die großen Rundfahrten. Wer hier glänzt, darf träumen – wer versagt, muss umdisponieren. Max Kanter hat seine Visitenkarte abgegeben, doch die