Kane schießt bayern in den olymp – stuttgart bleibt trotz kampf ohne krone
Harry Kane hat den FC Bayern nicht nur zurück ins Pokalfinale geführt – er hat sie in eine neue Dimension katapultiert. Drei Tore in 35 Minuten, Saison-Tor 59, 60 und 61, der 21. Pokal der Vereinsgeschichte und das 14. Double. Die Zahlensymphonie klingt wie ein Computerspiel, nur dass 74.036 im Olympiastadion mitsangen und der VfB Stuttgart trotz 90 Minuten Aufbegehren am Ende leer ausging.
Stuttgart beginnt als glanzstück, münchen als geduldsspiel
Schon nach neun Minuten war klar: Das 3:0 am Ende ist kein Gradmesser. Mittelstädts Schuss zischt am Außennetz, Urbig muss sich strecken – und Bayern? Lahm. Kein Pressing, keine Idee, kein Durchkommen gegen Stuttgarts Ketten. Kompany wedelt, Díaz probiert es aus der zweiten Reihe, Stanisic zwingt Nübel erstmals. Aber das ist alles. Stuttgart spielt sich warm auf seinen Abschied, Bayern auf seine Pflicht.
Dann der Nebel. Und mit ihm: Kane. Olise flankt, der Engländer steht einen Meter vor dem Tor, köpft – 1:0. Laimer vergibt aus sieben Metern, aber der Drops ist gelutscht. Stuttgart rennt an, Stuttgart stolpert. Kane läust sich fallen, zieht ab, 2:0. Nachspielzeit: Elfmeter. Kane legt den Ball hin, schiebt ein, wirft die Arme hoch. Drei Schüsse, drei Tore, ein Pokal. Saison erledigt.

Neuer fehlt, rekord trotzdem – und hoeneß’ nebel bleibt
Ohne Kapitän, ohne Probleme. Urbig hält null, egal. Bastian Schweinsteiger muss Platz machen: Neuer ist jetzt alleiniger Pokal-Rekordsieger mit sieben Titeln. Die Choreo der Fans vor Anpfiff war ein Fächer aus Rot, die Marschroute durch Charlottenburg ein Statement: Wir sind zurück. Und doch bleibt ein Schatten. Hoeneß’ Seitenhieb auf Eberl, das Halbfinale gegen PSG, die Frage, ob diese Saison wirklich „erfolgreich“ ist, wenn nur das Double herausspringt. Die Antwort: 46 Siege, Rekord aus 2013 eingestellt, 61 Tore von Kane. Mehr geht nicht. Mehr muss auch nicht sein.
Stuttgart trägt sich mit leeren Händen in die Champions League. Kein Trost, nur Tatsache. Kein Trainerwechsel, kein Pokal, nur die Erkenntnis: Auch das perfekte Pressing zerfetzt sich im Nebel gegen einen Weltstürmer, der eben doch anders tickt. Berlin bleibt Bayern Stadt – und Kane hat sich endgültig eingeschossen in eine Liga, die ihm vor einem Jahr noch fremd war.
