Kaktusfeige attackiert cholesterin: forscher knacken den zucker-trick

Mailand – ein einziger Griff ins Stachelrund, und das Dessert wird zur Medizin. Die Kaktusfeige, in Italien gern „Fico d’India“ genannt, senkt laut zwei neuen Studien nicht nur den postprandialen Blutzuckersprung, sondern fegt auch das Gesamtcholesterin aus den Adern. Das Team um Daniela Cursi Masella präsentiert Zahlen, die Diabetikern das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen – und Ernährungsberatern die nächste Waffe liefern.

Faserbündel statt insulin-stoß

Die Datenbank Medicina veröffentlichte eine Interventionsstudie mit Cladodien-Extrakten – also aus den flachen Kaktusblättern. Ergebnis: 60 Minuten nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit sank der Glukosepeak bei Probanden um durchschnittlich 16 %. Die Insulinantwort wurde spürbar effizienter, ohne dass die Bauchspeicheldrüse mehr Hormon produzierte. Kurz gesagt: Die Zellen öffnen sich schneller, Zucker landet im Muskel statt im Fettpolster.

Die zweite Analyse, in Complementary Therapies in Medicine gepresst, bündelt 13 Randomized Controlled Trials. Dort zeigt sich ein Effekt, der selbst Statin-Hersteller aufhorchen lässt: LDL-Cholesterin minus 8,9 %, Triglyzeride minus 12,4 %. Verantwortlich sind laut Autoren die löslichen Ballaststoffe und das Antioxidans-Team aus Betalainen und Flavonoiden. Sie kapseln Cholesterinmoleküle ein und schleusen sie aus dem Darm, bevor sie je die Leber erreichen.

So bringt man den kaktus auf den teller

So bringt man den kaktus auf den teller

Die Wissenschaft verordnet keine Milligramm-Genauigkeit. „Gelegentlich als Frucht, regelmäßig als Smoothie-Zugabe – Hauptsache, das Portfolio bleibt bunt“, sagt Cursi Masella. Wer unter Diabetes lebt, muss die Kohlenhydrate trotzdem zählen: 100 g gegarte Kaktusfeige liefern rund 9 g Zucker, also halb so viel wie ein Apfel. Dafür kommen 4 g Ballaststoffe obendrauf. Empfindliche Mägen bemerken die Samen – ein kleiner Preis für eine messbare Verbesserung der Blutwerte.

TSV-Pelkum-Sportler aufgepasst: Die nächste Trainingseinheit beginnt nicht nur auf dem Platz, sondern schon beim Frühstück. Wer seinen Milchshake mit einem Schuss Kaktuspüree aufrüstet, spart sich den klassischen Zucker-Crash und kann 90 Minuten später mit konstanter Leistung in die Intervallsprints starten.

Die italienischen Forscher arbeiten bereits an einer getrockneten Variante für den Sporternährungsmarkt. Bis dahin bleibt der Griff zum frischen Exoten – oder eben zur Dose. Die Rechnung ist simpel: ein Kaktus, zwei Studien, dreifacher Nutzen. Wer seine Gefäße schont, spart später die Medikamente. Punkt.