Kaffee-konsum: zwei tassen schützen, fünf schaden!
Neuester wissenschaftlicher Befund aus Shanghai: Wer seinen Morgenkaffee genießt, sollte die Menge im Auge behalten. Eine aktuelle Studie zeigt nämlich, dass der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und psychischer Gesundheit alles andere als linear ist. Zu viel, zu wenig – beides kann sich negativ auswirken.

Die überraschende j-förmige kurve
Forscher der Fudan University haben die Daten von über 461.000 Personen über einen Zeitraum von 13 Jahren analysiert. Das Ergebnis ist verblüffend: Es scheint eine optimale Menge an Kaffee zu geben, die das Risiko für psychische Erkrankungen senkt. Konkret fanden die Wissenschaftler heraus, dass zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden waren, an Stimmungsstörungen oder Stresserkrankungen zu erkranken, im Vergleich zu Personen, die gar keinen oder zu viel Kaffee tranken. Ab fünf Tassen pro Tag stieg das Risiko jedoch wieder an.
Die Studie, veröffentlicht im „Journal of Affective Disorders“, zeigt deutlich: Es ist nicht einfach nur die Frage, ob man Kaffee trinkt, sondern wie viel. Diese sogenannte J-förmige Kurve deutet darauf hin, dass ein moderater Konsum tatsächlich positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben könnte.
Interessant ist, dass diese Effekte unabhängig von der Art des Kaffees auftraten – egal ob gemahlen, instant oder sogar entkoffiniert. Allerdings profitierten Männer stärker von den positiven Effekten als Frauen. Ob das an unterschiedlichen Stoffwechseln oder genetischen Prädispositionen liegt, ist Gegenstand weiterer Forschung.
Einige Experten vermuten, dass bestimmte bioaktive Verbindungen im Kaffee – jenseits des reinen Koffeins – eine entzündungshemmende Wirkung im Gehirn haben und so die Schaltkreise beeinflussen, die für Stimmung und Stress zuständig sind. Es ist ein Mechanismus, der bereits bei der Untersuchung anderer Erkrankungen beobachtet wurde.
Die Forschung reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Studien ein, die die positiven Auswirkungen von Kaffee auf die Gesundheit hervorheben – von einer längeren Lebenserwartung bis hin zu einem verbesserten Herz-Kreislauf-System. Doch wie bei allen Genüssen gilt: In Maßen ist Kaffee ein Freund, in Exzessen kann er zur Last werden. Die Abhängigkeit von Koffein ist schließlich kein Geheimnis.
Die Ergebnisse liefern zwar erste Hinweise, doch es bleibt abzuwarten, ob sich diese Beobachtungen in weiteren Studien bestätigen lassen. Bis dahin sollten wir unseren Kaffeegenuss wohlüberlegt genießen – und vielleicht auf zwei oder drei Tassen pro Tag beschränken.
