Juventus-legende cabrini: so schlägt bologna aston villa

Birmingham fiebert, und nicht ohne Grund: Der AC Bologna steht vor einer Herkulesaufgabe. Doch Antonio Cabrini, italienischer Rekordspieler und Weltmeister von 1982, hat eine klare Botschaft an die Rotblauen. Seine Worte hallen wider, denn er kennt die Atmosphäre des Villa Park nur zu gut – und weiß, wie man dort gewinnt.

Ein triumph von 1983: juventus im englischen hexenkessel

Es ist kein Geheimnis, dass der Villa Park ein brodelnder Hexenkessel ist. Aber Antonio Cabrini, einst unschlagbarer Linksverteidiger der Juventus, erinnert sich an einen Abend, der in die Geschichte einging: 1983 besiegte die „Vecchia Signora“ Aston Villa mit 2:1. Ein Sieg, der Juventus zur einzigen italienischen Mannschaft machte, die dieses Kunststück je vollbrachte. Sechs italienische Weltmeister standen auf dem Platz, angeführt von der Brillanz Platini und Boniek. Ein Abend, der Cabrini bis heute in Erinnerung geblieben ist.

„Es war eisig kalt in Birmingham, als wir mit 1:0 in Führung gingen“, erinnert sich Cabrini. „Aber die Atmosphäre war fantastisch, eine Herausforderung für uns. Wir haben mit den Europameistern gleichauf gespielt und am Ende verdient gewonnen – dank Bonieks Treffer. So sind die Kämpfe in England eben.“

Cabrini betont, dass das Spiel im Villa Park immer ein besonderes Erlebnis war. „Die englischen Stadien waren immer voll, die Fans gaben uns Energie, obwohl sie unsere Gegner anfeuerten. Es war ein Fußballfest, auch für uns Gegner.“

Cabrini’s rat an bologna: „kopf frei und angreifen!“

Cabrini’s rat an bologna: „kopf frei und angreifen!“

Doch Cabrini spricht nicht nur über die Vergangenheit. Er hat auch Ratschläge für das heutige Bologna. „Die Mannschaft muss ohne Angst spielen“, fordert er. „Kopf frei und angreifen! Mit Leichtigkeit, aber auch intelligent. Man darf sich nicht von einem möglichen Debakel einschüchtern lassen. Bologna muss mit erhobenem Kopf aus dem Rückspiel gehen.“

Die Ausgangslage ist schwierig, das räumt Cabrini ein. „Ein Wunder ist nötig, eine perfekte Leistung. Aston Villa wird nicht locker lassen, das ist in ihrer DNA verankert. Aber für Bologna könnte es ein Vorteil sein, wenn sie sich nicht verstecken.“

Rowe und Bernardeschi könnten zu den Spielern werden, die Bologna aus der Bredouille befreien. „Sie haben europäische Klasse und Geschwindigkeit. Aber alle müssen über sich hinauswachsen. Nur wenn das Team funktioniert, gibt es eine Chance.“

Italienos Trainer Vincenzo Italiano verdiene allerhöchsten Respekt. „Er leistet hervorragende Arbeit, hat den Coppa Italia gewonnen und steht für attraktiven Fußball. Er bringt seine Spieler weiter.“ Besonders hervorzuheben sei Miranda, dessen Vorstöße an Cabrinis eigene Spielweise erinnern – „mit den gebotenen Proportionen, versteht sich.“

Cabrini blickt zurück auf seine eigene Zeit in Bologna, die er als „wunderschön“ beschreibt. „Bologna ist eine sonnige, einladende Stadt, die ich immer lieben werde. Und sie atmet Sport – Fußball und Basketball auf höchstem Niveau, mit der gleichen Leidenschaft.“

Die Arbeit der Vereinsführung sei vorbildlich. „Klare Strukturen, Planungskompetenz und Vertrauen in den Trainer und das Projekt – so wächst man.“

Doch Cabrini äußert auch Bedenken hinsichtlich des italienischen Fußballs im Allgemeinen. „Es gibt altbekannte Probleme auf allen Ebenen. In den Jugendabteilungen wird nicht mehr so gearbeitet wie früher. Früher lehrte der Trainer den Spieler, wie man Fußball spielt, jeden kleinen Detail. Heute werden nur noch Spielzüge gelehrt.“

Die Erinnerung an das Ausscheiden im Viertelfinale des UEFA-Pokals 1990/91 gegen Sporting Lissabon bleibt schmerzhaft. „Es war eine bittere Niederlage im Elfmeterschießen. Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Hoffen wir, dass es in Birmingham anders läuft.“

Die Wahrheit ist: Antonio Cabrini hat gesehen, wie man im Villa Park gewinnt. Und seine Worte sind ein Appell an Bologna, an den Glauben, an den Mut. Denn wie er sagt: „Man weiß nie, was passieren kann.“