Juventus schlägt zu: hotel-deal beschert turinern 50-prozent-plus beim asset

Die Juventus-Führung um Giuntoli und Scanavino hat einen weiteren Schachzug gesetzt – und diesmal steht nicht ein Linksverteidiger, sondern ein Luxushotel auf dem Spielplan. Für 23 Mio. Euro kauft der Klub das Gebäude des J Hotel an der Continassa komplett, macht sich damit unabhängig von Mietzahlungen und rüstet die Bilanz auf.

Netto nur 14 mio. fällig – der rest bleibt in der familie

Der Clou: Rund 41 % des Verkäufers Ream Sgr halten bereits die Bianconeri über den Fonds „J Village“. Folglich fließen gut neun Millionen Euro des Kaufpreises an einen Teilhaber, den die Turiner selbst kontrollieren. Netto bleibt eine Belastung von 14 Mio. Euro – verschmerzbar, wenn man bedenkt, dass der Klub künftig auf Miete verzichtet und stattdessen Eigenkapital aufbaut.

Der Deal kommt per Kredit, doch Amortisation und Zinsen fallen laut internen Berechnungen niedriger aus als die bisherige Pacht. Ein Schnäppchen, das sich direkt in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung niederschlägt. „Wir schaffen Wert, den wir sofort wieder in den Sport stecken können“, zitiert die Klubkommunikation den Finanzvorstand.

Immobilien-portfolio wächst auf über 240 mio. euro

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Mit dem J Hotel besitzt Juventus nun nicht nur Stadion, Museum, Megastore und Medizin-Zentrum, sondern auch die 138 Zimmer und Suiten, in denen Gegner vor Champions-League-Abenden nächtigen. Allein im Geschäftsjahr 2024/25 kamen 200.000 Übernachtungen zusammen, Gäste aus 130 Ländern strichen knapp 7,7 Mio. Euro Umsatz ein. Das Restaurant servierte 600.000 Mahlzeiten – Zahlen, die dank der neuen Eigentumsstruktur künftig voll in Torinos Kasse wandern.

Externe Gutachter hatten das Objekt zuletzt höher taxiert als der nun bezahlte Kaufpreis. Ein Plus, das sich bei einer möglichen Neubewertung direkt in der Equity niederschlagen könnte. Kein Wunder, dass dieAktie nach Bekanntgabe der Transaktion leicht zulegte.

Keine milliarden für haaland, aber solide planung für uefa-prüfung

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Spekulationen über Budget-Kürzungen im Kader weist die Geschäftsführung vehement zurück. Die Hotel-Übernahme sei „kompatibel mit allen UEFA- und FIGC-Regularien“ und verkleinere sogar die Kostenbasis, heißt es intern. Geld für Transfers bleibt demnach unangetastet – ob es für den erhofften Top-Stürmer reicht, wird sich zeigen.

Fakt ist: Wenige europäische Vereine vereinen so viel Eigentum unter einem Dach. Während andere Klubs noch Mieten für Trainingsanlagen oder Büros abdrücken, kassiert Juventus künftig selbst die Hotelrechnung der Gäste. Ein kleiner, aber feiner Schritt auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit – und ein deutliches Signal an die Konkurrenz: In Turin wird nicht nur auf dem Rasen gepokert.