Juve gegen geschwächtes sassuolo: champions-leben oder saison-aus?

Samstagabend, 20.45 Uhr, Allianz Stadium: Die alte Dame atmet auf, weil der Gegner kaum mehr als elf Gesunde hat. Fünf Profis von Sassuolo liegen mit Keuchhusten flach – mitten im Abstiegskampf ein Schock, für Juve eine Befreiung.

Warum die 1×-quote nur 1,08 zahlt

Die Buchmacher glauben nicht an eine Überraschung. Sie sehen einen Verein, der nach zwei Siegen gegen Pisa und Udinese wieder Tritt gefasst hat, und einen anderen, der mit Not-Elf antreten muss. Die Statistik spricht ohnehin eine deutliche Sprache: Juve hat die letzten acht Pflichtspiele gegen Sassuolo nicht verloren. Doch genau deshalb ist die Wette auf „Multigoal 3-5“ interessant – bei 1,90 bei Vincitu –, weil die Turiner in dieser Saison selten mehr als zwei Tore Vorsprung erlauben. Sie kontrollieren, sie verwalten, sie treffen nicht zu viel.

Derweil telefoniert Fabio Grosso mit dem Gesundheitsamt, denn die Pertussis-Welle traf ihn völlig unvorbereitet. Mittelfeldstratege Thorir Helgason fällt genauso aus wie Innenverteidiger Luca Antei, Flügelläufer Ricci, Stürmer Castillejo und Ersatzkeeper Russo. Die medizinische Abteilung stellte sofort Antibiotika-Kuren auf, doch ein Training vor dem Flug nach Turin war unmöglich. Genau deshalb liegt das Risiko einer frühen Juve-Führung bei 1,87 – Quote „Halbzeit/Endstand 1/1“ bei Eurobet. Wer früh draufgeht, trifft auf eine Abwehr, die sich noch einmal neu sortieren muss.

Champions-league-platz als einzige rettung

Champions-league-platz als einzige rettung

Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Juve, rückt die Mannschaft von Thiago Motta auf 56 Punkte und überholt zumindest provisorisch den FC Como. Verliert sie, droht ein Sechspunkte-Abstand auf Rang vier – bei noch acht Spielen ein Graben, den selbst die optimistischsten Fans nicht mehr zuzuschaufeln wagen. Deshalb wird das Mittelfeld um Khephren Thuram von der ersten Minute auf Sicherheit bedacht sein. Der Sohn des französischen Weltmeisters will endlich den Sprung aus dem Schatten des Vaters schaffen, und ein dominantes Spiel gegen ein krankes Sassuolo wäre der ideale Lebenslauf-Absatz.

Die Frage bleibt: Spielt Juve ihre Übermacht aus oder verfällt wieder in die gewohnte Zögerlichkeit? Die Antwort liefert die 76. Minute. Denn in diesem Zeitraum fielen in den letzten fünf Heimspielen 60 Prozent der Tore nach dem 75. Minutezeichen. Wer live dabei ist, sollte sich nicht vorzeitig aus dem Stadion verabschieden. Die Quelle der Tore ist einstweilen unklar – Vlahovic fehlt weiterhin, David gilt als Strohmann, Motta testete diese Woche sogar eine Falsch-Neune mit Weah. Vielleicht ist es ja Thuram selbst, der das 3:1 erzielt und die Fans endlich wieder jubeln lässt.

Fakt ist: Am Samstag entscheidet sich, ob Juves Saison noch ein Happy End bekommt oder ob sie in der medialen Schmuddelkinder-Gruppe landet – Europa League als Trostpreis, das die Aktionäre kaum beruhigt. Sassuolo dagegen kann nur verlieren: Bei einer Niederlage rutscht der Klub auf Platz 13 ab, und die dunkle Zone der Abstiegsplätze rückt in Reichweite. Manchmal ist Fußball ungerecht. Diesmal profitiert die alte Dame vom Pech des Gegners. Am Ende zählt nur die Tabelle – und die sagt, dass Juve gewinnen muss. Alles andere wäre ein Armutszeugnis.