Junge eishockeyspieler in der national league: wer setzt wirklich auf die talente?
Die Frage nach der Integration junger Spieler in die Schweizer National League ist ein Dauerthema. Eine aktuelle Analyse der durchschnittlichen Eiszeiten von U-20-Spielern in den letzten fünf Spielzeiten offenbart erstaunliche Unterschiede zwischen den Teams. Während einige Klubs auf die Jugend setzen, scheinen andere kaum auf die Talente zu bauen. Eine Diskrepanz, die nicht nur sportliche, sondern auch strategische Fragen aufwirft.
Die schlusslichter: lugano und rapperswil-jona
Am Ende der Tabelle finden sich der HC Lugano und der SC Rapperswil-Jona Lakers wieder. Die Bianconeri kommen im Schnitt lediglich auf 24:02 Minuten Eiszeit für ihre U-20-Spieler pro Saison. Ein Wert, der durch den Einsatz von Cyrill Henry in dieser Saison leicht aufgewertet wurde, aber insgesamt ein deutliches Zeichen mangelnden Vertrauens in die jungen Spieler ist. Dass der HC Lugano über ein Farmteam in Bellinzona verfügt, könnte hier eine Erklärung sein, nimmt aber nicht die geringe Spielzeit weg.
Auch die Lakers hinken hinterher, mit durchschnittlich 26:03 Minuten. Obwohl hier junge Spieler wie Andrin Flütsch Chancen erhalten, bleibt die Gesamtspielzeit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die St.Galler setzen zwar auch auf ältere Spieler zur Weiterentwicklung, aber die jüngsten Talente finden kaum ihren Platz.

Die mittelfeld-klubs: ajoie, ambri und genf
Der HC Ajoie zeigt mit 32:37 Minuten zwar eine leichte Verbesserung, verzichtet aber aktuell komplett auf U-20-Spieler. Der fehlende elitäre Nachwuchs im Verein ist hier ein limitierender Faktor. Etwas besser sieht es beim HC Ambri-Piotta aus (182:27 Minuten), wobei die Saison 2023/24, in der die jungen Spieler deutlich mehr Eiszeit erhielten, den Durchschnitt in die Höhe treibt.
Genève-Servette HC liegt mit 207:06 Minuten im Schnitt im oberen Mittelfeld. Allerdings wird das Ergebnis durch den litauischen U20-Nationalspieler Simas Ignatavicius verzerrt, der fast allein für die hohe Spielzeit der jungen Spieler verantwortlich ist. Ob er in der kommenden Saison den Sprung in die NHL schafft, bleibt abzuwarten.

Die top-teams: fribourg, lions, tigers, davos, bern und kloten
Im oberen Bereich der Tabelle finden sich Klubs wie der HC Fribourg-Gottéron (223:27 Minuten), die ZSC Lions (258:31 Minuten) und die SCL Tigers (265:29 Minuten), die zunehmend auf junge Spieler setzen. Die Tigers profitieren von ihrem Campus, der regelmäßig Talente in die erste Mannschaft bringt.
Der HC Davos (294:28 Minuten) und der SC Bern (323:17 Minuten) zeigen ebenfalls eine positive Entwicklung, wobei der SC Bern in der Vergangenheit für seine Nachwuchsarbeit kritisiert wurde. Der EHC Kloten (578:19 Minuten) steht weiterhin für seine starke Nachwuchsarbeit, obwohl die Eiszeit der U-20-Spieler in dieser Saison leicht gesunken ist.

Zug als vorreiter: die königsklasse der talentförderung
An der Spitze dieser Rangliste steht der EV Zug mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 764:51 Minuten für U-20-Spieler. Das entspricht einer durchschnittlichen Spielzeit von 6:36 Minuten pro Spiel – eine beeindruckende Leistung, die zeigt, dass der EV Zug die Jugendförderung ernst nimmt und belohnt. Gian Menzi ist hier ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Integration junger Talente in die erste Mannschaft. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der EV Zug setzt auf die Zukunft und investiert gezielt in die Entwicklung junger Spieler. Die Konsequenz: Ein starker Kader und eine vielversprechende Zukunft für den Verein.
