Judo-em: junge talente stellen sich in tiflis vor – ohne stars!

Tiflis fiebert, während sich die Weltelite auf die Judo-Weltmeisterschaft im Oktober vorbereitet. Doch in Georgien ist jetzt ein anderes Kapitel aufgeschlagen: Die Europameisterschaften. Der Deutsche Judo-Bund (DJB) schickt ein ungewöhnliches Aufgebot – ein „Perspektiv-Team“, das ohne die ganz Großen auskommen muss. Anna Monta Olek, Miriam Butkereit und Seija Ballhaus fehlen, und das aus gutem Grund.

Fokus auf baku: die wm-vorbereitung läuft auf hochtouren

Fokus auf baku: die wm-vorbereitung läuft auf hochtouren

Die Entscheidung des DJB ist klar: Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Baku (4. bis 11. Oktober) hat oberste Priorität. Die Stars des deutschen Judo müssen sich dort beweisen, während die EM in Tiflis genutzt wird, um jungen Talenten eine Chance zu geben. Claudio Pusa, Frauen-Bundestrainer, zeigt sich zufrieden: „Das EM-Team hat einen guten Job gemacht.“ Nach intensiven Trainingslagern ist er überzeugt von der Leistungsfähigkeit seiner Schützlinge.

Doch der Weg nach Tiflis war nicht immer einfach. Michael Bazynski, der Männer-Trainer, muss unter anderem auf den angeschlagenen Eduard Trippel verzichten. „Die jungen Männer werden versuchen, sich im international sehr gut besetzten Feld behaupten zu können“, so Bazynski, dessen Vertrauen vor allem in Erik Abramov und Losseni Kone ruht – die Schwergewichte wollen zeigen, was in ihnen steckt.

Bis Sonntag kämpfen die deutschen Judoka in sieben Gewichtsklassen um Medaillen. Ein Team-Wettbewerb findet in diesem Jahr nicht statt. Der Druck ist hoch, die Erwartungen sind moderat. Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln und sich für die Zukunft zu empfehlen.

Das deutsche Aufgebot ist vielfältig: Von Helen Habib (48 kg) bis Louise Lilli Wojta (über 78 kg) bei den Frauen, von Maximilian Heyder (60 kg) bis Losseni Kone (über 100 kg) bei den Männern – eine Mischung aus etablierten Namen und hoffnungsvollen Neulingen. Es ist ein Team, das zeigen muss, dass es auch ohne die Stars des deutschen Judo bestehen kann.

Die jungen Athleten stehen vor einer großen Herausforderung, aber auch vor einer einmaligen Chance. In Tiflis können sie sich beweisen, ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und vielleicht sogar für eine Überraschung sorgen. Denn im Sport ist alles möglich, und gerade junge Talente haben oft das gewisse Etwas.