Jonas hofmann: zwischen super bowl, leverkusen und der stärke der familie

Jonas hofmann: zwischen super bowl, leverkusen und der stärke der familie

Jonas Hofmann, seit Jahren eine feste Größe in der Bundesliga, spricht im Sport1-Interview über seine Entwicklung, die Herausforderungen bei Bayer Leverkusen, die Bedeutung der Familie und seine Faszination für andere Sportarten. Der Leverkusener zeigt sich selbstkritisch, betont die mentale Stärke des Teams und erklärt, warum der Blick seines Sohnes ihn mehr beruhigt als jeder Sieg.

Super bowl und der amerikanische sportsgeist

Das Wochenende bot nicht nur Bundesliga-Fußball, sondern auch den Super Bowl. Hofmann verfolgte das Event und zeigte sich beeindruckt, wenn auch nicht restlos begeistert: „Ehrlich gesagt ein bisschen langweilig. Es war stark von der Defensive geprägt.“ Dennoch lobte er die Inszenierung: „Die Amerikaner verstehen es, solche Shows aufzubauen. Die Halbzeitshow fand ich richtig stark.“ Er gestand, dass er seinem Teamkollegen Ernest Poku den Sport erklären musste. (lacht)

Selbstkritik trotz erfolgs: die leverkusen-mentalität

Selbstkritik trotz erfolgs: die leverkusen-mentalität

Trotz guter Ergebnisse übtBayer Leverkusen viel Selbstkritik. Trainer Kasper Hjulmand bemängelte sogar, dass die Mannschaft zu kritisch mit sich selbst umgehe. „Nach Siegen gehen wir direkt in die Analyse, anstatt uns erst einmal über den Erfolg zu freuen“, so Hofmann. Aber er sieht darin auch einen Vorteil: „Es zeigt, dass wir alle grundsätzlich gewillt sind, das Maximum aus uns herauszuholen.“

Der weg zurück nach oben: von bremen bis zur konstanz

Der weg zurück nach oben: von bremen bis zur konstanz

Der erste Sieg unter Kasper Hjulmand gegen Werder Bremen war ein wichtiger Wendepunkt. „Auch das war kein spielerischer Leckerbissen, aber wir hatten das nötige Quäntchen Glück“, erinnert sich Hofmann. „Das hat uns Selbstvertrauen gegeben, ein gutes Gefühl, auf dem wir aufbauen konnten.“ Die Mannschaft arbeitet daran, die Qualitäten konsequenter auf den Platz zu bringen, auch wenn es noch nicht über 90 Minuten gelingt.

Führungsrolle und die junge mannschaft

Jonas Hofmann sieht sich in der Verantwortung, eine Führungsrolle innerhalb des jungen Teams zu übernehmen. „Ich versuche, Dinge mit anderen Spielern – gerade mit den Jüngeren – ins Gespräch zu bringen, Dinge einzuordnen oder abzustimmen“, erklärt er. Er betont die Bedeutung von Ruhe und Konstructivität bei der Unterstützung der Nachwuchsspieler. Die eigene Leistung auf dem Platz ist dabei die wichtigste Führungsqualität.

Champions league: ein magischer reiz

Die Rückkehr in die Champions League ist für Hofmann ein besonderes Gefühl: „Alleine die Hymne zu hören, das hat etwas Magisches.“ Er war überrascht, im Sommer nicht nominiert worden zu sein, sah dies aber als Ansporn. „Ich wollte es erst recht beweisen“, sagt er. Die kommenden Spiele gegen Olympiakos sind ihm wichtig, um eine offene Rechnung zu begleichen.

Umgang mit rückschlägen und die bedeutung von gelassenheit

Hofmann hat gelernt, mit Rückschlägen gelassener umzugehen. „Ich habe gelernt, solche Rückschläge zu verarbeiten – auch wenn man im Fußball nicht immer alle Entscheidungen nachvollziehen kann“, sagt er. Er spricht offen über seine früheren mentalen Probleme in Dortmund und Mainz und die Hilfe, die er durch einen Mental-Coach erfahren hat. „Das ist keine Schwäche, im Gegenteil: Ich finde, es zeigt Stärke.“

Familie als anker: mehr als nur fußball

Die Geburt seines Sohnes hat Jonas Hofmanns Perspektive verändert. „Wenn man mal ein schlechtes Spiel absolviert hat oder verliert – dann zu Hause ankommt und der eigene Sohn lacht dich an – ist alles sofort relativiert“, sagt er. „Es gibt wichtigere Dinge im Leben als Fußball.“ Auch der Austausch mit seinen Teamkollegen Robert Andrich und Janis Blaswich, die ebenfalls Väter geworden sind, verbindet.

Abseits des platzes: wein, super bowl und die faszination für andere sportarten

Neben Fußball und Familie hat Hofmann noch weitere Leidenschaften, wie seinen Wein „Nummer Sieben“, den er gemeinsam mit Patrick Herrmann produziert. Er betont, dass ein ausgeglichenes Leben mit Familie und Hobbys möglich ist. Er zeigte sich fasziniert vom Bobfahren und Biathlon bei den Olympischen Winterspielen und lobte die Leistungen der Athleten.