Joggeli wird 25: basel will servette als geburtstagsgeschenk zerreißen

Am Sonntag hat das St. Jakob-Park seine 25-Jahr-Falten – und der FC Basel eine Rechnung offen. Nach dem 0:3-Debakel in St. Gallen empfangen die Rot-Blauen Servette zur Jubiläumsfeier. Das Programm beginnt schon um 14.50 Uhr, wenn der Mannschaftsbus einfährt. Die Botschaft ist klar: Die Gäste sollen die Torte sein, nicht die Gäste.

Das stadion, das nie schlafen durfte

Am 15. März 2001 stand hier gegen Lausanne dieselbe Uhr, dieselbe Spannung. 25 Jahre später tickt sie lauter. Zwischen den beiden Eckfahnen haben sich Meisterschaften, Europa-League-Nächte und ein Halbfinale gegen Liverpool gequetscht. Nun hängt an der Nordtribüne ein Banner mit dem Schriftzug «1999-2024 – immer noch laut». Die Fans wissen: Laut ist nicht genug, wenn man 0:3 in St. Gallen verliert.

Die VIP-Logen sind längst ausverkauft, aber ein paar Premium Seats schwirren noch durchs System. Wer sich einklinkt, kriegt neben dem Match eine Zeitreise: Videobänder mit Hakan Yakin-Freistößen, Marco Streller-Kopfbällen und dem Abend, als Basel Bayern 1:0 schlug und Uli Hoeneß die Krawatte verrutschte.

Lichtsteiner plant feuerwerk ohne fehlzündung

Lichtsteiner plant feuerwerk ohne fehlzündung

Stephan Lichtsteiner hat die Stimme noch rau vom letzten Training. «Wir schulden dem Joggeli etwas», sagt er knapp. Gemeint ist: Wir schulden uns selbst etwas. Seine Defensive kassierte in den letzten drei Heimspielen fünf Gegentore – für ein Jubiläum zu viel. Gegen Servette will er die Raute wieder hochziehen, nicht nur symbolisch.

Die Genfer reisen mit drei Siegen im Gepäck an. Spielmacher Timothé Cognat lacht auf der Pressekonferenz: «Wir wissen, dass Basel traurig ist. Aber Trauer ist ein schlechter Ratgeber.» Klingt nach Kampfansage, klingt nach Demenz für das Fest.

Doch der FCB hat einen Trumpf: Xherdan Shaqiri. Er trainierte diese Woche ein Extra-Passprogramm, 30 Meter, Volley, ins Kreuzeck. Die Ballmaschine war heiser, Shaqiri nicht. Wenn er am Sonntag trifft, wird das Joggeli nicht nur 25, sondern kurz 125 Jahre alt klingen.

Schlusspfiff, dann zieht ein Feuerwerk über den Rhein. Basel will nicht nur die Lichter, sondern auch die drei Punkte. Alles andere wäre eine verpatzte Geburtstagsparty – und die nächste Rechnung hätte kein Datum mehr.