Joey barton wieder in handschellen: der wiederholungstäter, der nie lernen wollte
Der Mann, der einst den Rasen in Feuer verwandelte, steht wieder vor Gericht. Joey Barton, 41, Ex-Mittelfeld-Raufbold der Premier League, wurde am Donnerstagmorgen vor einem Golfclub auf Merseyside festgenommen – wegen Körperverletzung nach einer Schlägerei. Die Meldung kommt nicht überraschend, sie riecht nach altem Benzin.
Der tag, an dem sich alles wiederholt
Zeugen berichten von einem Streit im Parkplatz des Formby Hall Golf Club, der gegen 02:15 Uhr eskalierte. Barton soll einem 37-Jährigen ins Gesicht geschlagen haben, dessen Freundin dazwischengehen wollte, stürzte, verletzte sich am Knie. Die Polizei nahm den Ex-Profi noch vor Ort mit Handschellen mit. Ein Routinefall für die Beamten, ein Déjà-vu für die Öffentlichkeit.
Barton ist kein unbeschriebenes Blatt. 2008 saß er wegen Körperverletzung vier Monate im Gefängnis. 2012 bekam er zwölf Spiele Sperre, weil er den damaligen Manchester-City-Kollegen Ousmane Dabo bewusstlos geschlagen hatte. 2019 wurde er wegen tätlichen Angriffs auf einen Verkehrsteilnehmer verurteilt. Die Liste ist länger als seine insgesamt 269 Premier-League-Einsätze.

Zwischen bücherliste und prügelstrafe
Was die Sache makaber macht: Barton nutzt Twitter, um sich als Intellektuellen zu inszenieren. In seiner Bio zitiert er Nietzsche, preist Machiavelli und verortet sich selbst zwischen „kultureller Kritik“ und „unterdrückter Wahrheit“. Er spricht über Brexit, über Klimapolitik, über Shakespeare. Dann schlägt er wieder jemanden vor einem Country Club.
Der Kontrast ist nicht nur erlaubt, er ist sein Markenzeichen. Sponsoren flüchten sich, Fernsehanstalten buchen ihn trotzdem als Pundit. Die Quote stimmt, auch wenn die Moral schleift. Seine Follower feiern ihn als „Authentiker“, seine Opfer sehen einen wiederholten Täter, dem keine Lektion zu schmerzhaft war.

Warum der englische fußball ihn nie loswird
Der Fall Barton zeigt ein System, das Profit vor Prinzipien setzt. Nach seiner aktiven Karriere erhielt er trotz Vorstrafen eine Trainerlizenz. Bristol Rovers gab ihm 2021 einen Vertrag, Fleetwood Town ebenfalls. Die Clubs winkten ab: „Er hat seine Strafe abgesessen.“ Dabei war die Strafe nie der Punkt, sondern die Wiederholung.
Die Zahmehrheit lügt nicht: Seit 2007 stand er sieben Mal vor Gericht, viermal wegen Gewaltdelikten. Die FA untersagte ihm 2017 jegliche Tätigkeit im Profifußball für 18 Monate – wegen Wetten. Körperverletzung war nie ein Ausschlussgrund.
Jetzt drohen ihm wieder bis zu fünf Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft Merseyside kündigte an, „die volle Härte des Gesetts“ anzuwenden. Barton selbst schweigt auf Twitter, sein Anwalt meldete „no comment“. Die Bio dort steht noch: „Sie versuchten, mich zum Schweigen zu bringen. Sie scheiterten.“ Diesmal könnte das Gericht das letzte Wort behalten.
