Joey barton sitzt in untersuchungshaft – richter lässt ex-profi nicht gegen kaution frei
Er prügelte sich auf dem Parkplatz eines Golfclubs, schrie seinem Opponenten ins Gesicht und landete direkt im Polizeiwagen: Joey Barton, 41, Ex-Mittelfeldstratege von Manchester City, Newcastle und Burnley, sitzt seit Mittwoch in Liverpool in Untersuchungshaft. Die Anklage: schwere Körperverletzung an dem 51-jährigen Kevin Lynch. Richter Wendy Lloyd verweigerte die Kaution – zu groß sei die Flucht- und Wiederholungsgefahr.
Die nacht, die bartons ruf endgültig zertrümmerte
Laut Staatsanwaltschaft hatten Lynch, Barton und dessen Kumpel Gary O'Grady am Bar-Tresen des Huyton and Prescot Golf Clubs getrunken. Eine „hitze Diskussion“ über angeblich schlechtes Benehmen eskalierte. Zeugen berichten von Faustschlägen gegen Kopf und Oberkörper, Tritten in den Rücken – und von Barton, der brüllte: „You should have behaved better!“ Lynch erlitt mehrere Rippenbrüche und eine Gehirnerschütterung.
Handy-Videos der Gäste zeigen, wie Lynch zusammengebrochen ist, während Barton wegfuhr. Die Polizei sicherte binnen Minuten die Aufnahmen; sie reichen dem Gericht als Beweis. Barton bestreitet nicht, dass er schlug – er spricht von „Notwehr“. Das Gericht lächelt darüber nicht.

Von 150 premier-league-spielen bis hinter gitter
Noch vor fünf Jahren kickte Barton in der Premier League, war Kapitän beim FC Burnley und ließ sich für 5,8 Millionen Pfund nach Newcastle transferieren. Seine Vita liest sich wie ein Lehrbuch für englisches Mittelfeld-Format: 325 Profi-Einsätze, 26 Tore, 77 Gelbe Karten, zwei Mal Rot. Doch die Zahlen neben dem Platz waren schon immer explosiver: eine viermonatige Haftstrafe wegen Stadionprügeleis 2008, 12-Spiele-Sperre wegen Tritten gegen Sergio Agüero 2012, Anzeigen wegen Spielmanipulation und Hassrede in sozialen Medien.
Jetzt drohen erneut Jahre hinter Mauern. Die Anklage wirft ihm „vorsätzliche schwere Körperverletzung mit gemeingefährlicher Waffe“ vor – juristisch ein gefährlicher Ermittlungstatbestand, der bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bedeuten kann. Der Prozess startet am 15. Mai vor der Liverpool Crown Court.
Der Mann, der einst auf dem Rasen die Fäden zog, sitzt in Zelle 3B, Abteilung High Risk. Keine Kaution, kein TV, kein Twitter-Statement. Nur die nackte Wand und das Echo seiner eigenen Wut.
