Jódar: der shootingstar mit vater-kontrolle erobert paris!

Paris erbebt! Mit gerade einmal 19 Jahren sorgt Rafa Jódar für Furore bei den French Open. Die „Rafa, Rafa“-Rufe auf der Philippe Chatrier, einst dem Echo von Nadals glorreichen Triumphen, hallen nun erneut wider – und künden von der Ankunft eines neuen Stars. Doch hinter dem jungen Phänomen steht ein Mann, dessen Einfluss weit über das übliche Betreuer-Verhältnis hinausgeht: sein Vater, der als Coach fungiert und jeden Aspekt seiner Karriere minutiös kontrolliert.

Ein debüt, das an die legende erinnert

Ein debüt, das an die legende erinnert

Der Vergleich mit Rafael Nadal, dessen Fußabdrücke auf dem Sandplatz förmlich in den Stein gemeißelt sind, liegt auf der Hand. Nadal dominierte hier 14 Mal, und Jódar scheint nun in seine Spuren zu treten. Sein Auftaktmatch gegen Aleksandar Kovacevic war schlichtweg beeindruckend: 6:1, 6:0, 6:4 in nur 1 Stunde und 34 Minuten. Die Zuschauer waren begeistert, und die Organisatoren scheinen den Hype um den jungen Spanier noch nicht ganz zu begreifen – die Platzwahl für sein erstes Spiel war eine strategische Fehlentscheidung, wie sich herausstellte.

Die Organisatoren platzierten Jódar auf Platz 12, einem Spielfeld mit kaum Tribünen. Ein ähnlicher Fehler wurde bereits mit Carlos Alcaraz begangen. Jódars Vater musste sich mühsam seinen Weg durch die Menschenmassen bahnen, stets umgeben von einer begeisterten Fangemeinde. Er bevorzugt die Diskretion der Bank, doch die Aufmerksamkeit ist unumgänglich.

Die Zahlen sprechen für sich: 34 gewonnenen Partien in dieser Saison (16 auf Sand) – nur Jannik Sinner mit 36 Siegen ist besser. Und angesichts der bereits ausgeschiedenen Favoriten wie Taylor Fritz und Jiri Lehecka, und der fragwürdigen Form von Novak Djokovic, der gegen Perricard einen Satz abschenken musste, darf man durchaus von einem realen Titelgewinn träumen.

Das Spiel gegen Kovacevic offenbarte dessen Arsenal an Schlägen, sowohl den präzisen Winner als auch den kraftvollen Cross-Ball. Selbst bei 32 Grad Celsius ließ der junge Spanier nichts anbrennen. Der Versuch des Amerikaners, einen weiteren Satz zu retten, scheiterte am entschlossenen Spiel von Jódar. Kovacevic verlor letztendlich die Nerven, während Jódar eiskalt blieb.

Die nächste Hürde ist James Duckworth, der Australier und Weltranglisten-82., der bisher nur fünf Sandplatzspiele gewinnen konnte. Ein vermeintlich leichtes Spiel – doch im Tennis ist nichts im Voraus.

Doch die Geschichte von Rafa Jódar ist mehr als nur eine Erfolgsgeschichte auf dem Platz. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, dessen Karriere von einem Vaterhand geformt wird, der jeden Schritt akribisch plant und kontrolliert. Ob dieser Umstand langfristig zum Vorteil oder zur Last wird, bleibt abzuwarten. Die Frage ist nicht, ob Jódar ein Talent ist, sondern ob er die Freiheit findet, dieses Talent voll auszuschöpfen.