Jenni hermoso packt abrechnung mit rubiales – und blickt nach vorne

Die spanische Fußballlegende Jenni Hermoso hat in einem explosiven Interview mit France Football nicht nur über ihre beeindruckende Karriere gesprochen, sondern auch die dunklen Kapitel der jüngeren Vergangenheit thematisiert – insbesondere den Skandal um Luis Rubiales. Der Wechsel nach Mexiko mag für viele überraschend gekommen sein, doch Hermoso zeigt, dass sie sich neu erfunden hat und sich nicht von den Ereignissen unterkriegen lässt.

Von den straßen carabanchels zum weltruhm

Hermosos fußballerische Reise begann auf den rauen Straßen von Carabanchel, einem Arbeiterbezirk in Madrid. „Ich bin sehr stolz darauf, aus diesem Viertel zu kommen“, erinnert sie sich. „Dort habe ich gelernt, Fußball zu spielen – auf der Straße und in einem Park in der Nähe meines Hauses. Wir haben Kleider auf den Boden gelegt oder zwei Bänke als Tore benutzt. Ich bin von älteren Jungen umgeben aufgewachsen. Diese Zeit hat meinen Spielstil geprägt.“ Ihre Vorbilder waren dabei alles andere als weiblich: Zinedine Zidane, Fernando Redondo und Ronaldinho prägten ihre Vorstellung von herausragendem Fußball.

Ein kurzer, schmerzhafter abflug nach paris

Ein kurzer, schmerzhafter abflug nach paris

Obwohl Barcelona ihr sportliches Zuhause war, erlebte Hermoso beim Paris Saint-Germain eine der schlimmsten Phasen ihrer Karriere. „PSG war die schlimmste Erfahrung meines Lebens. Es war der kälteste Ort, an dem ich je gelebt habe – und das meine ich nicht nur vom Klima“, gesteht sie. Der Wechsel vom pulsierenden Barcelona, von Familie und Freunden, in die französische Hauptstadt war ein Schock. Das andere Spielsystem, die andere Kultur, die fehlende Unterstützung – all das führte dazu, dass sie fast täglich weinte und nur noch weg wollte. Eine Saison reichte ihr aus, um zu erkennen, dass dieser Weg nicht der richtige für sie war.

Tigres und der triumph bei der weltmeisterschaft

Tigres und der triumph bei der weltmeisterschaft

Der überraschende Wechsel nach Mexiko zu Pachuca und später zu Tigres war ein Neuanfang. „Niemand erwartete, dass ich nach Mexiko gehe, nicht einmal ich“, sagt Hermoso. Doch in Tigres fand sie ein neues Glück. „Der Titel, den wir Ende des Jahres mit Tigres gewonnen haben, ist einer der wichtigsten meiner Karriere.“ Auch die Weltmeisterschaft 2023, trotz der internen Spannungen im Team, wurde zu einem unvergesslichen Moment. „Es war mein Moment, und niemand hätte ihn mir nehmen können. Ich hatte eine so positive Einstellung, dass ich es wirklich genießen konnte, trotz der schwierigen Atmosphäre.“

Die narben des rubiales-skandals

Die narben des rubiales-skandals

Der Fall Luis Rubiales hinterließ tiefe Wunden. „Ich habe viele Drohungen in den sozialen Medien erhalten. Dinge wie: 'Wenn ich dich auf der Straße sehe, töte ich dich'.“ Hermoso musste eine Woche lang aus Madrid fliehen, da sie sich nicht mehr sicher fühlte. Sie vermutete sogar, dass ihr Handy abgehört wurde. Diese Erfahrung hat sie verändert. „Ich bin nicht mehr nur eine Athletin. Meine Essenz ist die gleiche geblieben, aber meine Realität hat sich verändert. Ich habe diese Rolle nicht gewählt. Es war sehr schwer zu akzeptieren.“ Trotz der Rückschläge hat sie sich entschieden, für eine Veränderung einzustehen und ihre Stimme zu erheben.

Rückkehr in die nationalmannschaft – ein befreiungsschlag

Rückkehr in die nationalmannschaft – ein befreiungsschlag

Die Ausbootung aus der Nationalmannschaft war ein schwerer Schlag. „Das werde ich nie verzeihen. Ich habe es der Person gesagt, die dafür verantwortlich war. Es war das Schlimmste, was sie mir hätten antun können, weil ich gerade eine schwierige Zeit durchmachte und die Unterstützung des spanischen Fußballverbands gebraucht hätte, die ich nie erhalten habe.“ Ihre Rückkehr in die Nationalmannschaft ist daher ein Triumph, ein Beweis für ihre Stärke und ihren unbedingten Willen.