Jena schockt oldenburg und wirft den abstieg erstmal ab

Science City Jena hat die Abstiegszone mit einem Schlag verlassen. Gegen die EWE Baskets Oldenburg schlug der Aufsteiger gestern Abend mit 97:75 und feierte erst den dritten Heimsieg dieser Saison – bei Nummer drei ließ er nichts anbrennen.

Joe wieskamp lässt oldenburg alt aussehen

Joe wieskamp lässt oldenburg alt aussehen

Der US-Flügel war nicht nur Topscorer, er war der Unterschied. 28 Punkte, 6/9 Dreier, dazu ein paar Blocks, die die Halle zum Toben brachten. Als er Mitte des dritten Viertels einen Step-back traf und direkt danach ein Foul zog, standen 4.000 Zuschauer gleichzeitig. Die EWE-Baskets wirkten wie eingefroren, als hätten sie vergessen, dass Jena in dieser Saison sonst kaum zuhause gewinnt.

Die Gäste kamen als Playoff-Kandidat, verließen die Holzsporthalle wie ein Kellerkind. 18 Ballverluste, 34 Prozent aus dem Feld, dazu ein Rebound-Minus von 13 – das ist keine Bad-Night, das ist ein K.o. Oldenburgs Trainer Mladen Drijenčić schüttelte nach dem Spiel nur den Kopf: „Wir haben die Rollenbilder vergessen, und Jena hat jeden einzelnen Punkt bestraft.“

Für Jena war es mehr als zwei Zähler auf dem Papier. Die Thüringer hatten vor der Partie 16 Heimniederlagen kassiert, mehr als jeder andere BBL-Klub. Die 22-Punkte-Differenz ist ihr höchster Saison-Sieg überhaupt. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur überleben wollen – wir wollen hier weiterspielen“, sagte Kapitän Leon Friederici, während hinter ihm Kinder T-Shirts in die Luft rissen, auf denen „Stay in the League“ steht.

Die Tabelle lügt nicht: Jena springt auf Platz 14, hat jetzt sechs Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Braunschweig und vier auf Heidelberg. Noch sind sieben Spiele zu gehen, aber die Stimmung in der Kabine hat sich von „Hoffen“ zu „Greifen“ verändert. Coach Björn Harmsen ließ nach der Sirene kurz die Maske fallen: „Wir haben die Saison schon drei Mal begraben – und jedes Mal sind wir wieder aufgestanden. Heute haben wir gezeigt, warum.“

Oldenburg droht dagegen, aus den Playoffs zu fallen. Die Niederlage ist die zweite binnen 48 Stunden, nach dem Debakel in Ulm. Die EWE-Baskets rutschen auf Platz acht, nur noch ein Sieg trennt sie vom Nicht-Qualifikationsplatz. Die nächsten Gegsten: Bayern, Alba, Bonn. Da wird die Harz-Reise plötzlich zur Zitterpartie.

Die Saison ist nicht gerettet, aber Jena hat sich eben selbst das Recht erkämpft, weiter vom Klassenerhalt zu träumen. Und wer weiß – vielleicht reicht ja schon der vierte Heimsieg.