Jasch schockt die radelite: vom eisschnelllauf zum alpen-sieg!
Ein Name, der im deutschen Radsport gerade für Furore sorgt: Lennart Jasch. Der 25-Jährige, der erst vor kurzem vom Eisschnelllauf auf das Rennrad umgestiegen ist, hat auf der vierten Etappe der Tour of the Alps einen überraschenden Etappensieg errungen und damit die gesamte Radsport-Elite vor eine Zäsur gestellt. Ein Triumph, der mehr Fragen aufwirft, als er Antworten gibt – und den man so schnell so nicht wieder sehen dürfte.
Der umweg über das eis: wie jasch zum radprofi wurde
Die Geschichte von Lennart Jasch liest sich wie ein Drehbuch. Einst jagte er auf dem Eis Bestzeiten, getrieben vom Ehrgeiz und der familiären Tradition – sein Vater Helge ist Teamleiter bei der DESG, seine Schwester Maira eine aufstrebende Athletin. Doch eine muskuläre Dysbalance beendete seine Karriere im Eisschnelllauf abrupt und zwang ihn zu einer unerwarteten Neuorientierung. Was folgte, war eine Phase der Rehabilitation und schließlich ein überraschendes Comeback auf dem Rad.
Es war ein Zufall, eine Tageslizenz, ein zweiter Platz im ersten Rennen – und plötzlich eröffnete sich eine neue Perspektive. Der erfahrene Trainer Dan Lorang, der bereits Jan Frodeno zum Triathlon-Dominator formte und den jungen Florian Lipowitz entdeckte, erkannte Jaschs Potenzial und brachte ihn in den Nachwuchs von Red-Bull-Bora-hansgrohe. Nun fährt er für das Schweizer Team Tudor Pro Cycling – und feiert den ersten großen Erfolg seiner Karriere.

Ein triumph im hochgebirge: jasch triumphiert vor den stars
Die Tour of the Alps, ein Rennen, das regelmäßig die Crème de la Crème des Radsports anzieht – darunter ehemalige Tour-de-France-Sieger wie Egan Bernal und der waghalsige Abfahrer Tom Pidcock – bot Jasch die perfekte Bühne für seinen Durchbruch. Nach fast 170 Kilometern, davon 148 an der Spitze und 3600 Höhenmetern, löste er sich aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe und fuhr als Solist zum Sieg. „Als ich in der Gruppe war, habe ich schon gefühlt, dass ich vielleicht den besten Tag meiner Karriere habe“, gestand Jasch im Siegerinterview, noch immer überwältigt von dem Erfolg.
Seine Leistung, gekrönt durch den Gewinn des Bergtrikots am Tag danach, lässt eine Frage aufkommen: Ist Jasch der nächste deutsche Radsport-Star? Der Vergleich mit Lipowitz und Roglic, die ebenfalls vom Biathlon bzw. Skispringen auf das Rad umgestiegen sind, liegt nahe. Doch Jasch scheint eine eigene Dynamik zu entwickeln, eine Mischung aus außergewöhnlichem Talent und unbändigem Willen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich Jaschs Karriere weiterentwickeln wird. Doch eines ist sicher: Sein unerwarteter Sieg auf der Tour of the Alps hat die Radsportwelt aufgemischt und einen neuen Hoffnungsträger für den deutschen Radsport hervorgebracht. Die Zukunft wird zeigen, ob er seinen Traum vom olympischen Eisoval endgültig begraben musste oder ob er mit dem Rennrad eine noch größere Bühne findet.
