Jamaika zittert sich ins endspiel – kongo wartet, kolumbien lacht
Ein einziger Schuss von Ronaldo Webster, ein Nachsetzer von Bailey Cadamarteri, fertig: Jamaika rückt einen großen Schritt näher an die Fußball-Weltspitze heran. Die 1:0-Qualifikation gegen Neukaledonien in Guadalajara war mehr Arbeit als erwartet, aber am Ende zählte nur das Ergebnis. Jetzt steht das Karibik-Team am 31. März gegen die DR Kongo – und der Gewinner darf im Sommer 2026 mit Colombia, Portugal und Usbekistan im selben Turnierplaner stehen.
18. Minute reicht, neukaledonien wehrt sich länger als gedacht
Die Jamaikaner begannen als haushoher Favorit, doch die Ozeaner konterten mit einer Fünfer-Abwehrkette, die fast 70 Minuten lang hielt. Webster donnerte den Ball aus 22 Metern an den Querbalken, Cadamarteri staubte ab – das war’s. Danach vergaben Tyreece Campbell und Cadamarteri weitere Großchancen, Keeper Andre Blake musste in der Schlussoffensive zweimal mit Reflexen glänzen. Ethan Pinnock räumte alles ab, was halblinks durchkam, und so blieb der Kasten sauber.
Trainer Rudolph Speid atmete tief durch: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Die Jungs haben aber nie die Köpfe hängen lassen – das zählt.“

Kongo-duell: afrika trifft auf concacaf-speed
Die DR Kongo reist mit einem Kader voller Europa-Legionäre an – Cédric Bakambu, Yoane Wissa, Gédéon Kalulu. Speid kennt die Clips: „Athletisch, schnell, zweikampfstark – ganz wie wir, nur mit mehr Champions-League-Minuten auf dem Buckel.“ Für ihn wird es ein Kräftemessen auf Augenhöhe, bei dem kleine Fehler sofort bestraft werden. Leon Bailey und Bobby de Cordova-Reid sollen auf den Flügeln die Lösung sein, im Zentrum muss Ravel Morrison die Spielmacher-Rolle übernehmen.
Die Partie findet ebenfalls in Guadalajara statt, womit Jamaika binnen fünf Tagen im selben Stadion zweimal um die WM-Teilnahme kämpft. Die Tropenhitze Mitte Mexikos wird auch die Kongo-Spieler fordern – ein Detail, das Speid als „kleinen Vorteil“ verbucht.

Colombia blickt gespannt auf möglichen gruppen-gegner
Néstor Lorenzos Stab hat die Videoanalyse bereits laufen. Sollten die „Reggae Boyz“ gewinnen, winkt am 17. Juni in Mexico-City ein Wiedersehen mit einem Concacaf-Rivalen – und mit Tempo, das den kolumbianischen Außenverteidigern Sorgen bereiten könnte. Usbekistan ist derweil der erste Gruppengegner, Cristiano Ronaldos Portugal der zweite; das dritte Spiel könnte also gegen ein auf Speed getrimmtes Jamaika gehen. Die Physiotherapeuten der „Tricolor“ haben bereits angeordnet, die Waden der Flügelspieler in Mitleidenschaft zu ziehen.
Die Qualifikation Jamaikas wäre das erste Mal seit 1998, dass das Karibik-Team an einer Weltmeisterschaft teilnimmt – und würde die Gruppe K noch unberechenbarer machen. Speid bleibt dennoch realistisch: „Kongo ist kein Schritt, sondern ein Sprung. Aber wir sind bereit, diesen Sprung zu wagen.“
Die Ticketpreise für das Endspiel steigen stündlich. Die Fans in Kingston haben schon ihre Flüge gebucht, die Trommeln sind gepackt. In Guadalajaria wird bald bestimmt, ob Jamaika im Sommer 2026 Geschichte schreibt – oder ob der Kongo erstmals seit 1974 wieder in der WM-Endrunde steht.
