Jaguar fegt in madrid doppelt ab – wehrlein fliegt mit podest weiter

Madrid war gestern kein Rennen, es war ein Statement. Jaguar TCS schickt António Félix da Costa und Mitch Evans auf die Plätze eins und zwei, schmeißt der Konkurrenz vor heimischer Kulisse den Spanier-Tag um die Ohren und kündigt die Rückkehr zur alten Stärke an. Wer dachte, die Briten würden sich in der Saison 12 verstecken, wurde vom ersten bis zum letzten Kilometer des Circuito del Jarama eines Besseren belehrt.

Da costa legt nach – und wie

Der Portugiese hatte in Dschidda schon gewarnt, nun folgt in Madrid der zweite Schlag. Startplatz drei reicht, um direkt an der Spitze mitzufahren, doch die Entscheidung fällt in der letzten Runde: Evans prescht außen, Da Costa schließt die Tür – fertig. „Ich kenne Mitchs Tempo, deshalb habe ich nicht gewunken, sondern gezählt“, sagt er später mit einem Grinsen, das so breit ist wie die Zielgerade. 50 Punkte nach zwei Rennen – mehr Form hat aktuell kein Fahrer im Feld.

Hinter den beiden Jaguar-Piloten wird es eng. Pascal Wehrlein schiebt seine Porsche in letzter Sekunde an Dan Ticktum vorbei und sichert sich Platz drei. Der Deutsche baut die WM-Führung auf 11 Zähler aus, doch die Freude fällt kurz aus: „Wir haben das Maximum geholt, aber Jaguar ist zurück – das wird ein Kampf bis zum Finale.“

Rowland und cassidy versinken im mittelfeld

Rowland und cassidy versinken im mittelfeld

Die großen Verlierer tragen die Nummern eins und drei der Gesamtwertung. Oliver Rowland kassiert nach wenigen Metern eine Durchfahrtsstrafe, weil seine Nissan zu viel Saft zieht – danach ist er Rennbegleiter statt Siegkandidat. Platz 16, keine Punkte, Frust pur. „Ein Tag, den ich so schnell wie möglich vergessen will“, sagt der amtierende Champion, während sein Blick schon Richtung nächstes Wochenende wandert.

Nick Cassidy startet von der Pole, verpatzt aber Boxenstopp und Boost-Zeit. Statt zu jubeln, kratzt er nur noch drei Punkte zusammen – für Citroën ein Desaster, für den Neuseeländer die nächste Warnung. Seit dem Sieg in Mexiko ist nichts mehr zusammengelaufen.

Ticktum verpasst heimpodest – und das ist okay

Ticktum verpasst heimpodest – und das ist okay

Dan Ticktum hätte den Cupra-Kiro-Sound vor 20 000 Madriler Fans auf dem Podest zum Leben erweckt. Er liegt drei Kurven vor dem Ziel noch auf Rang drei, doch Wehrleins Porsche schiebt sich innen durch – Millimeterentscheidung, 0,179 Sekunden fehlen am Ende. „Viertel ist trotzdem Balsam“, sagt er, denn der vierte Platz ist das beste Saisonergebnis des Briten. Cupra holt wichtige Punkte, Spanien spürt: Der Hersteller bleibt drin.

Mortara und buemi – die stillen punktesammler

Mortara und buemi – die stillen punktesammler

Kein Spektakel, aber konstant: Edoardo Mortara bringt seine Mahindra als Fünfter ins Ziel – schon wieder Top-Five. „Wir arbeiten jedes Rennen an der Balance, und sie wird besser“, sagt der Schweizer, der nur elf Punkte hinter Wehrlein liegt. Sébastien Buemi fährt sich mit Rang sieben ebenfalls in die Punkte, kassiert aber eine Strafe für zu harte Defensive gegen Jake Dennis. „Lieber sieben als null“, kommentiert der Routinier trocken.

De vries und dennis – wo bleibt der durchbruch?

De vries und dennis – wo bleibt der durchbruch?

Für Nyck de Vries wird die Saison zur Geduldsprobe. Freitag touchiert er die Mauer, Sonntag räumt er Wehrlein ab – 5-Sekunden-Strafe, Platz 18. „Wir müssen endlich Fehler eliminieren, sonst wird es eng“, warnt Teamboss Dilbagh Gill. Auch Jake Dennis kann die Anfangssieg-Euphorie nicht zurückholen: Startplatz elf, keine Antwort auf die Jaguar-Attacke, 39 Punkte Rückstand auf Wehrlein. Andretti-Porsche muss umdenken, sonst wird aus Titelträume schnell Abstiegskampf.

Mit 90 Kilometern, drei Safety-Car-Phasen und Attack-Mode-Duelle auf Augenhöhe liefert Madrid das bisher intensivste Rennen der Saison. Die Tabelle verengt sich, die Stimmung kocht – und Jaguar hat gerade erst angefangen, die eigene Geschichte neu zu schreiben. Nächste Runde: Berlin. Dann zeigt sich, ob die Doppelschlag-Nummer von Madrid ein Ausrutscher war – oder der Startschuss für den zweiten Akt der Jaguar-Dominanz.