Italiens spielzeug-ikone rutscht nach china: 80 millionen schubsen superhisen an die spitze

Enrico Preziosi, der Mann, der 1978 in einer Garage bei Monza mit Plüschtieren begann und daraus ein Imperium baute, steht vor dem Aus. Die Chinesen von Superhisen pumpen 80 Millionen Euro in Giochi Preziosi – und übernehmen damit das Kommando über Kultmarken wie Gormiti, Trudi und die spanische Traditionspuppe Famosa.

Der deal, der italiens kindheit neu schreibt

Noch fehlt die Unterschrift, doch die Richtung ist klar. 78-jährig, vom Genoa-Abgang 2021 gezeichnet undnach zwei Pandemiejahren voller Lieferengpässe, will Preziosi endlich die Handbremse lösen. Superhisen sichert sich die Mehrheit, ein Konsortium aus weiteren asiatischen Finanzinvestoren füllt das Restkapital auf. Für den Grüfer bedeutet das: Schluss mit Nachtschichten, mit Sanierungsplänen, mit dem Kampf gegen die Energierechnung.

Die Bilanz spricht Bände. 2019 kaufte Giochi Preziosi die Kuscheltier-Ikone Trudi und die spanische Famosa – kurz darauf brach die Welt zusammen. Container blieben in Shenzhen stehen, Gaspreise explodierten, Spielwarenregale blieben halb leer. Oktober 2025: Konkursantrag. Die Zahlen sind gnadenlos: 450 Millionen Euro Schulden, Minus 180 Millionen im operativen Geschäft.

Preziosis erbe: vom kofferraum-händler zum medien-mogul

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Wer heute über Silvio Berlusconi und Werbegelder auf Mediaset lacht, vergisst, dass diese Allianz einst den Durchbruch bedeutete. Mit Standa-Chef Montezemolo an Bord verwandelte Preziosi seine Giocheria-Läden in Spielwaren-Kathedralen. Kinderserien liefen um 17 Uhr, die Werbung kurz danach – Umsätze schossen in den dreistelligen Millionenbereich.

Die Methode war simpel: Kasse sofort, Lieferant später. So kamen Gig, Toys“R“Us-Italien und Giocoplast ins Portfolio – allesamt Marken, die sonst verstaubt wären. Doch genau diese Schnäppchen-Jagd frisst jetzt die letzten Reserven. Trudi kostete 70 Millionen, Famosa 90 – beide Deals finanziert mit kurzfristigen Krediten, die jetzt fällig sind.

Was superhisen plant: logistik statt magie

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Der neue Eigentümer will keine italienische Seele retten, sondern eine asiatische Supply-Chain einspielen. Produktionsstandorte in Guangdong sollen Plüschtiere direkt nach Europa liefern, ohne Umweg über Mailänder Zwischenlager. Die Margen auf Gormiti-Figuren liegen bei 4 Prozent – durch Direktimport könnten sie auf 12 Prozent steigen. Kindheitshelden als Excel-Zeile.

Für 1.200 Mitarbeiter in Venetien und Lombardei heißt das: Standortgarantien bis 2026, danach offenes Visier. Gewerkschaften pochen auf Tarifverträge, Superhisen antwortet mit „flexiblen Arbeitsmodellen“. Die Angst sitzt tief – schließlich hat der Konzern bereits in Frankreich zwei Werken den Stecker gezogen, sobald die staatlichen Hilfen ausliefen.

Ein letzter blick zurück

Ein letzter blick zurück

Enrico Preziosi wird nicht weinen. Er verkaufte schon den Genoa, nachdem Ultra-Rufe ihn zum Rücktritt zwangen. Spielzeug war immer nur das Mittel, nie das Ziel. Jetzt zieht er sich auf seine Weinberge in der Maremma zurück, Giochi Preziosi wird zur Fußnote seiner Biografie. Die Italiener werden weiter Gormiti sammeln – nur dass die Figuren künftig in Yantai statt in Bergamo entstehen. Die Kindheit bleibt, das Kapital wechselt den Kontinent.